Einfach gefragt: Was ist Gold wert?

Einfach gefragt
„Was ist Gold wert?“

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles.“ Nach dieser berühmten Feststellung in Goethes „Faust“ handelten schon in der Antike Ägypter, Griechen und Römer. Gold wurde wegen seiner Exklusivität, Reinheit und Beständigkeit zur Währungseinheit. Und bis ins 20. Jahrhundert blieb Gold sogar weltweiter Maßstab für den Wert der großen Währungen. Noch heute horten auch fast alle Zentralbanken das Edelmetall tonnenweise in ihren Tresoren. Doch was genau ist Gold wert?

Gold bringt weder Zinsen noch Dividenden, vielmehr kostet die Aufbewahrung Aufwand. Resultat: Ein Ertragswert wie etwa bei Aktien als Form einer Unternehmensbeteiligung lässt sich nicht feststellen. Möglich bleibt so eine zweite Methode: die Wertermittlung aus Angebot und Nachfrage, die den sogenannten Markt- wert ergibt. Das bedeutet zunächst aber: Wie der Marktwert von Gold zum Ertragswert des Metalles liegt, ist nicht zu ermitteln. Es gibt hier also – anders als etwa bei Aktien – keine Prüfrechnung, ob Gold gerade „teuer“ oder „billig“ ist. Daher werden gerne Vergleichswerte gesucht, um den Marktwert von Gold hilfsweise zu taxieren. Und das bringt Überraschendes: Eine feine Toga war demnach im antiken Rom für eine Unze Gold zu bekommen. Und tatsächlich ist eine Unze Gold mit 31,1 Gramm Gewicht auch heute etwa so viel wert wie ein feiner Maßanzug: rund 1.200 Euro. Noch frappierender ist ein anderes Beispiel: In Babylonien wurde Wissenschaftlern zufolge einst der Wert einer Unze Gold auf 350 Laibe Brot festgelegt. Auch diese Rechnung geht heute noch ungefähr auf.

Kein Wunder, dass weltweit und auch durch Notenbanker die langfristige Wertbeständigkeit von Gold bis heute gepriesen wird. Schließlich gilt: Wenn es weiterhin alle zum Golde drängt, dann bleiben auch Nachfrage und Preise beim Edelmetall stabil, denn die gesamte jemals geförderte Goldmenge passt Berechnungen zufolge in einen Würfel mit nur 20 Meter Kantenlänge.