Hans-Dieter Schulz, Mitherausgeber der 'Hoppenstedt-Charts' und L. Mathes analysieren für compass die Weltbörsen

DAX-Analyse von H.-D. Schulz
DAX: Auf­wärts­trend durch­bro­chen

Hans-Dieter Schulz

Der Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts und L. Mathes analysieren für compass die Weltbörsen

Der DAX fiel zuletzt unter seine Aufwärtstrendlinie. Ein Fall ins Bodenlose ist nicht zu erwarten: Im Bereich um 12.000 Punkte wartet die nächste massive Unterstützungszone.

In der ersten Julihälfte konnte sich der DAX noch fangen. Zur Freude der Chartanalysten bewegte er sich entlang seiner vor rund einem Jahr begonnenen Aufwärtstrendlinie zunächst nach oben. Doch in der zweiten Julihälfte legte der Euro zu, was die künftigen Gewinne der exportlastigen DAX-Unternehmen in der Tendenz eher schwächt. Dann kamen noch die Kartellvorwürfe für die Autobauer hinzu – und schon durchbrach der DAX seinen Aufwärtstrend, der ihn seit Ende Juni 2016 nach oben getragen hatte.

Im Langfrist-Chart steht dieser eher bearishen jüngsten Entwicklung eine breite Unterstützungszone zwischen 11.900 und 12.200 Punkten entgegen. Nach der Talfahrt in den letzten Wochen erwarte ich aufgrund dieser massiven Unterstützung schon bald eine Gegenbewegung mit Kurserholungen. Dieses graue Band sorgte schließlich schon früher für diverse Richtungswechsel im Kurs.

Entscheidung steht noch aus

Gleichwohl haben sich die Aussichten insgesamt eingetrübt. Die mittelfristige Aufwärtsbewegung kam ins Stocken, jetzt müssen sich die Kurse also erst einmal fangen. Gelänge dies nicht und die graue Unterstützung bei 11.900 Punkten würde nach unten verlassen, dann wären weitere Verkäufe in der Riege der Aktionäre zu erwarten. Weiteres Abwärtspotenzial würde freigesetzt. Gelingt der untere Turnaround hingegen in den nächsten Wochen, kommt es anschließend darauf an, ob der DAX auch sein jüngstes Hoch bei 12.889 Punkten toppen kann. Scheitert er an oder gar schon unterhalb dieser Marke, dann sollten sich Anleger auf eine Fortsetzung des Seitwärtskurses einrichten.

Für Fantasie sorgt insbesondere der US-Markt, wo Nasdaq und S&P schon auf neue Hochs ansteigen konnten. Hält der Höhenflug an der Wall Street an, dann wird der DAX trotz der aktuell etwas angeschlagenen Charttechnik eher früher als später nach oben folgen. Setzen die Kurse in den USA hingegen zurück, nachdem sie die deutschen Standardwerte zunächst wieder in die Nähe der alten Hochpunke nach oben gezogen haben, dann könnte hierzulande eine Doppeltop-Formation drohen. Noch ist für den weiteren Verlauf aber alles offen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe Typisierende Modellrechnung im Impressum). Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Referenzzeitraum: 25.07.2012 bis 25.07.2017; Stand: 26.07.2017; Quelle: comdirect.de