Zertifikat des Jahres: Absicherung steht im Zentrum

Zertifikat des Jahres
Absicherung steht im Zentrum

Ein Bonus Pro-Zertifikat auf den Euro STOXX 50 wurde von Anlegern zum Zertifikat des Jahres gewählt. Es enthält eine starke Absicherungskomponente.

Ende November 2017 wurden in Berlin die Zertifikate-Awards als begehrte Auszeichnungen für derivative Wertpapiere und ihre Anbieter vergeben. Die Publikumswahl für das „Zertifikat des Jahres“ fiel dabei auf ein Euro-STOXX-50-Bonus Pro-Zertifikat der DekaBank (WKN DK0LCJ). Bei insgesamt zwölf Auswahlmöglichkeiten stimmten mehr als 40 % der Teilnehmer für das besagte Zertifikat. Ein guter Grund, einen genaueren Blick auf diesen Produkttyp zu werfen.

Reduziertes Risiko

Grundsätzlich handelt es sich bei Bonus Pro-Zertifikaten um eine Variante klassischer Bonus-Zertifikate. Der einzige Unterschied: Die Barriere, deren Verletzung den Verlust von Teilschutz und Bonusverzinsung bedeutet, ist nicht während der gesamten Laufzeit, sondern nur am Fälligkeitstag „scharf geschaltet“. Die Wahrscheinlichkeit einer negativen Rendite wird bei ansonsten vergleichbaren Ausstattungsmerkmalen damit natürlich erheblich reduziert.

Im Fall des prämierten Produkts sieht das dann ganz konkret so aus: Notiert der Euro STOXX 50 am Bewertungstag (30.08.2024) bei mindestens 1.722 Punkten (aus heutiger Sicht ein Kursrückgang von rund 50 %), erhalten die Besitzer des Papiers eine Rückzahlung von mindestens 113,40 Euro. Bei einem aktuellen Briefkurs von 99,74 Euro ergibt dies eine Bonusrendite von 13,7 % bzw. 1,95 % p.a. Das ist zwar nicht viel, immerhin aber noch deutlich mehr als bei klassischen Sparbrief- oder Festgeldanlagen mit vergleichbarer Laufzeit.

Nach oben unbegrenzt dabei

Interessanter wird es bei steigenden Kursen des Euro STOXX 50. Ausgehend von 3.433 Punkten (Basispreis des Derivats) partizipiert das Zertifikat zum Fälligkeitstermin nämlich eins zu eins und in unbegrenzter Höhe von einem Anstieg des Euro STOXX 50. Trotz hohem Bonuspuffer bleiben die Anlagechancen des Aktienmarktes somit vollständig erhalten. Zu Verlusten kommt es nur dann, wenn der Index am Bewertungstag unter der Marke von 1.722 Punkten notiert. In diesem Fall orientiert sich der Rückzahlungswert des Bonus Pro an der Kursentwicklung des Basiswertes multipliziert mit dem Nominalwert von 100 Euro. Hat der Euro STOXX 50 seit Emission des Zertifikats z. B. 60 % an Wert verloren, erfolgt die Rückzahlung des Zertifikats somit zu exakt 40 Euro.

Viele Einzeltitel als Basiswerte

Bonus Pro-Zertifikate werden auch mit deutlich kürzeren Laufzeiten angeboten. So finden sich im Produktspektrum der Commerzbank und der DZ Bank diverse Papiere auf Einzelaktien mit Fälligkeit im September 2018. Ein Bonus Pro auf Daimler bringt es hier z.B. bei einem Abstand zur Barriere von 19,3 % (WKN CV1VUU) zwar nur auf eine Bonusrendite von 0,9 % p.a., allerdings profitieren Anleger in vollem Umfang, wenn der Kurs des Automobilherstellers über das Bonuslevel von 75 Euro steigt. Bei einem ähnlich konstruierten Papier mit einem Bonuspuffer von 29,4 % dagegen sogar eine jährliche Bonusverzinsung von 2,2 % (WKN DGT0RR) möglich. Zu höheren Gewinnen kommt es hier allerdings erst, wenn Daimler-Aktien am Bewertungstag oberhalb des Bonusbetrags von 90 Euro notieren. Bei allen Produkten sind die Chancen nach oben theoretisch unbegrenzt, im Gegenzug müssen Anleger aber wie bei allen Bonus-Zertifikaten auf die Dividendenzahlungen der Basiswerte verzichten. Denn die Dividenden werden vom Emittenten einbehalten und zur Finanzierung des Teilschutzes und der Bonusverzinsung genutzt.

Bonus-Zertifikate und Bonus Pro-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 17.01.2018.