Vonovia: Wohnungen bleiben gefragt

Vonovia
Wohnungen bleiben gefragt

Die erste Immobilienaktie im DAX profitiert von kräftigen Steigerungen bei Mieten und Immobilienpreisen.

Vonovia ist der größte Immobilienbesitzer Deutschlands und gleichzeitig die erste Immobilienaktie im DAX. Die Gewinne stiegen zuletzt zweistellig, nicht zuletzt aufgrund deutlicher Mietsteigerungen. Das Unternehmen erhöht regelmäßig die Ausschüttungen. Nach dem Aufstieg in den DAX hält das Interesse der Anleger an, und bei den Analysten überwiegt der Optimismus. Allerdings ist der Sektor der Immobilienaktien traditionell volatil. Insbesondere ein Anstieg der Zinsen könnte die Gewinne von Vonovia künftig schmälern. Die Bewertung der Aktie liegt über dem DAX-Durchschnitt, und bei seinen Kunden/Mietern muss Vonovia einiges investieren, um die Zufriedenheit zu verbessern.

Vonovia (WKN A1ML7J)

Deutscher Immobilienwert Nummer eins: Vonovia ist größter Immobilienbesitzer in Deutschland. Aktuell verwaltet Vonovia rund 350.000 Wohnungen, mit der im Dezember angekündigten Übernahme der österreichischen BUWOG sollen knapp 50.000 hinzukommen. Nach dem Börsengang 2013 stieg das Unternehmen schon im Herbst 2015 als erstes Immobilienunternehmen in den DAX auf.

Profitables Wachstum: In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 konnte die wichtigste Kennzahl FFO (nachhaltige Ertragskraft des Kerngeschäfts) gegenüber dem Vorjahreszeitrum um 21 % auf 690 Millionen Euro gesteigert werden. Dazu trugen auch die Mietsteigerungen bei, die im Bestand bei rund 4 % lagen.

Dividende: Mit einem Börsenwert von aktuell rund 18 Milliarden Euro hat sich Vonovia zu einem mittelgroßen DAX-Mitglied gemausert. Wie viele Immo-Aktien ist auch Vonovia ein dividendenstarkes Papier. Von 2014 bis 2017 stieg die Dividende um fast 50 % auf 1,12 Euro pro Aktie, die Dividendenrendite liegt mit 3,8 % im ersten Drittel des DAX.

Experten: Der Aufstieg in den DAX hat Vonovia für private Indexinvestoren und ausländische Anleger interessanter gemacht. Bei den Analysten hat sich das Ansehen zuletzt verbessert. 16 von 21 Experten empfehlen die Aktie aktuell zum Kauf. Fünf sehen sie als Halteposition, nur einer empfiehlt den Verkauf. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 68 %.

Vonovia (WKN A1ML7J)

Bewertungsrisiken der Immobilien: Immobilien selbst gelten als langfristig stabile und inflationssichere Wertanlage. Immobilienaktien dagegen schwankten in der Vergangenheit stark. Aktuell profitiert die Branche von höheren Mieten und stark steigenden Immobilienpreisen, die auch den Wert der Portfolios stark nach oben trieben. Diese Tendenz wird irgendwann einmal gebremst.

Mögliches Ende der Niedrigzinsen: Die Niedrigzinsen sind für Vonovia und Co. ein Segen. Investitionen konnten und können weiterhin sehr günstig finanziert werden. Nachdem in den USA die Zinswende vollzogen ist, deutet sie sich auch in Europa an. Zwar werden Kredite auf mittelfristige Sicht nicht richtig teuer werden, aber der Trend zu steigenden Zinsen dürfte die Bilanzen belasten.

Hohe Aktienbewertung: Immobilienaktien sind angesichts des Immobilienbooms in den vergangenen Jahren in Deutschland begehrt und entsprechend hoch bewertet. Auf der Basis der Gewinnschätzungen für 2018 beträgt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Vonovia knapp 15. Dieser Wert liegt über dem DAX-Durchschnitt.

Schwieriges Unternehmensimage: Wer die Mieten erhöht, ist bei den Kunden (Mietern) nicht besonders beliebt – vor allem, wenn der Gegenwert als nicht ausreichend empfunden wird. Mit besserer und kostenintensiver Betreuung will Vonovia die Zufriedenheitsrate steigern. Allein vom Jahresende 2015 bis Mitte 2017 stieg die Mitarbeiterzahl um rund 2.000 auf mehr als 8.000 an.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 21.02.2018, Quelle: comdirect.de