Versicherungen
Der Markt wächst wieder

Mit Konjunktur und Zinsen ziehen auch die Gewinne der meisten Versicherungen an. Wachstum verspricht vor allem Asien.

Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Morgen nah: Ende 2016 machten Versicherer und Analysten noch in Pessimismus. Niedrigzinsen und Wirtschaftsschwäche drohten einmal mehr, das Geschäft zu lähmen. Nach dem Halbjahr sieht das ganz anders aus: Im zweiten Quartal 2017 haben Banken und Versicherungen die Industriewerte beim Gewinnzuwachs deutlich geschlagen: „Im Finanzsektor lagen die Gewinne um 9 % über dem zweiten Quartal 2016“, erklärt Ulrich Stephan, Kapitalmarktstratege der Deutschen Bank. „Und die Aussichten auf ein höheres Zinsniveau haben die Gewinnerwartungen für 2017 und 2018 binnen eines Monats um 1,5 bzw. 1,2 % hochgetrieben.“

Der Trend wendet sich, das belegt auch die jüngste Marktstudie des wichtigsten deutschen Versicherers Allianz (WKN 840400). Die Ökonomen des Konzerns erwarten für die Industrieländer mittelfristig eine Rückkehr der Weltwirtschaft zu normalen Wachstums- und Inflationsraten: Und insbesondere der chinesische Markt dürfte dabei mit jährlich zweistelligen realen Wachstumsraten die Lokomotive spielen. Mit diesem Schwung sollen die Prämieneinnahmen bei den seit der Finanzkrise arg schwächelnden Lebensversicherungen bis 2027 weltweit um 6,5 % pro Jahr zulegen. „Die lange Durststrecke der Krisenjahre liegt jetzt hinter uns“, resümiert Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Deutsche Versicherer im Blick

Allianz ist bereits in Asien sehr aktiv und bietet gemeinsam mit dem britischen Versicherer Standard Chartered in China und den Nachbarländern Sachversicherungen an. Aber auch auf dem deutschen Heimatmarkt legten die Münchner zuletzt zu. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 8 % auf über 18 Milliarden Euro. Grund zur Hoffnung, dass die Allianz im kommenden Jahr die Dividende von zuletzt 7,60 Euro auf mehr als acht Euro anheben wird. Schon jetzt liegt die Dividendenrendite bei rund 4 %.

Sogar knapp 5 % Dividendenrendite bietet der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (WKN 843002). Allerdings erwarten die Münchner in diesem Jahr den vierten Gewinnrückgang in Folge. Der neue Vorstandschef Joachim Wenning plant für das Gesamtjahr mit 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro, 2013 waren es noch 3,3 Milliarden. Ab dem kommenden Jahr aber soll sich der Trend drehen.

Auch in Europa stehen die Zeichen bei den Versicherern auf Wachstum. Zu den Empfehlungen der Experten von JP Morgan zählt zurzeit die französische AXA (WKN 855705). Die europäischen Versicherer könnten mit dem Rückenwind der Konjunktur und weltweit leicht anziehenden Zinsen ihren Aufwärtstrend fortsetzen, der ihnen zuletzt sogar über ihren alten Rekordstand aus dem Jahr 2000 verhalf. Zur Vermeidung von Einzelwertrisiken können Anleger auf einen ETF auf den STOXX 600 Insurance-Index setzen (WKN A0H08K). Der Branchenindex ist breit gestreut. Die vier am höchsten gewichteten Aktien sind neben Allianz und AXA die britische Prudential (WKN 852069) und die Schweizer Zurich Insurance (WKN 579919). Aus Deutschland ist neben Allianz und Munich RE noch Hannover Rück (WKN 840221) vertreten.

Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raumes bestehen Währungsrisiken. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines ETF sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 18.10.2017; Quelle: comdirect.de