Deutschland-Wahl
Unsichere Mehrheiten – und nun?

Angela Merkel wird trotz Verlusten voraussichtlich wieder Kanzlerin. Was bedeutet das Wahlergebnis für Anleger?

Die Bundestagswahl brachte eine Menge Überraschungen. Die Regierungsparteien haben deutlich verloren, die SPD steht für eine Regierungsbildung nicht zur Verfügung. Und mit den Linken, der FDP, den Grünen und der AfD ziehen vier „kleine“ Parteien in den Bundestag ein. Vor allem das Abschneiden der AfD schockierte die Vertreter der etablierten Parteien und viele Wähler. Für die Regierungsbildung muss Angela Merkel nun einen wahren Spagat hinlegen – nur eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen bleibt als realistische Variante. An den Finanzmärkten fiel die Reaktion auf die Bundestagswahl deutlich gelassener aus als in der Politik. Die  Aktienmärkte in Europa  legten zu, in Deutschland stieg der DAX sogar auf einen neuen Höchstkurs. „Die Börse hatte eine vierte Amtszeit Merkels längst eingepreist, die Investoren sehen in ihr den Stabilitätsanker für Europa“, erklärt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank.

 

846900 - DAX

Zum aktuellen Kurs

Gleichwohl: Business as usual ist in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Paul Hatfield, Global Chief Investment Officer bei Alcentra, ist überzeugt: „Das Ergebnis wird Merkels Einfluss in der zukünftigen Koalition schwächen.“ Für Tilman Galler, Kapitalmarktstratege für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei JP Morgan, verspricht „eine weitere vierjährige Amtszeit von Angela Merkel zwar Kontinuität, und die Märkte werden diese Wahl schnell abhaken“. Das Wahlergebnis berge allerdings auch die Gefahr der Instabilität: „Die Ursache liegt in den erheblichen Gegensätzen in Fragen der Europa-, Steuer-, Energie- und Wirtschaftspolitik zwischen FDP und den Grünen. Eine Kompromissfindung in einer Koalition dürfte nach diesem Ergebnis sehr schwierig werden.“

Konjunktur läuft gut

Allerdings gibt es durchaus Schnittmengen: Eine Jamaika-Koalition könnte neben Investitionen in Bildung und Digitalisierung auch Steuersenkungen für die Mittelschicht anpeilen und die Infrastrukturausgaben anheben. Das würden die zuletzt ohnehin optimistisch gestimmten Wirtschaftsvertreter begrüßen. Die deutschen Einkaufsmanager waren im September so optimistisch wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr, auch in den Nachbarländern zogen die Umfragen an. „Sollte die Hochstimmung auch im Herbst noch anhalten, dürfte die wirtschaftliche Dynamik uns auch 2018 erhalten bleiben“, erklärt Ulrich Stephan.

Eine Hängepartie oder gar ein Scheitern von Jamaika und damit Neuwahlen würden die Stimmung an den Märkten zwar bremsen. Aber damit rechnen die wenigsten Beobachter: „Die Deutschland-Wahl ist zwar ein Denkzettel für die beiden großen Volksparteien“, sagt Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund, „aber sie wird langfristig keine negativen Marktreaktionen auslösen.“

Anlage per ETF und Fonds

Kurzfristige Schwankungen dagegen schließt von Engelbrechten nicht aus. „Das sind eher Kaufgelegenheiten“, so der Fidelity-Manager. Anleger sollten nach seiner Einschätzung also ihr Pulver trocken halten und sich in Startposition bringen. Glaubt man Statistiken, stehen dem Aktienmarkt die besten Zeiten noch bevor. Sell in May, but don’t forget to come back in September, lautet eine viel beachtete Börsenregel. Seit Beginn der DAX-Berechnung 1988 waren August und September im Durchschnitt die schlechtesten Monate. Besonders gut entwickelte sich der DAX dagegen im jeweils letzten Quartal. Nur drei von 29-mal stand hier ein Minus.

Wer davon profitieren will, kann neben Einzelwerten per ETF-Indexfonds in den kompletten DAX investieren. Bei geringen Managementgebühren für ETFs bekommen Anleger die DAX-Rendite inklusive Dividenden quasi ungeschmälert. Bei den Top-Preis ETF von comdirect zahlen Kunden für den Comstage ETF DAX TR UCITS (ETF001) zudem keine Ordergebühren. Aktiv gemanagte Deutschlandfonds wie der Mainfirst Germany - A EUR ACC (WKN: A0RAJN) und der Pioneer Investment German Equity A ND (WKN: 975230) können zudem kleinere Werte aus dem MDAX und SDAX beimischen und sind als Top-Preis Fonds bei comdirect im Sparplan ohne Ausgabeaufschlag erhältlich. Der Fidelity Funds - Germany A (WKN: 973283) steht in der Aktion fest & fonds zur Anlage zur Verfügung. Gezielt in deutsche Nebenwerte aus der zweiten und dritten Reihe investieren small- und MidCap-Fonds. Per Sparplan können Anleger in den Lupus Alpha Smaller German Champions A (WKN: 974564) und Allianz Nebenwerte Deutschland - A (WKN: 848176).

Aktien und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, und damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds/ETF sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung von comdirect dar. Stand: 18.10.2017; Quelle: comdirect.de