Sportjahr 2018

Sportjahr 2018
Spurt im Depot?

Mit den olympischen Winterspielen und der Fußball-WM stehen zwei sportliche Highlights ins Haus. Auch Anleger können gewinnen!

Wenn die deutschen Skispringer, die Rodler, Biathleten oder Bobfahrer um olympisches Gold kämpfen, fiebern Sportfans begeistert mit. Aber auch Investoren können sich freuen, wenn etwa Richard Freitag oder Andreas Wellinger, die in Adidas-Anzügen starten, ihren Helm nach geglückter Landung mit der Adidas-Wintermütze tauschen. Bei der Siegerehrung dann tritt neben dem Sportler auch der Ausrüster medienwirksam auf´s Podest. Bei sportlichen Megaevents wie den olympischen Winterspielen, die im südkoreanischen Pyeongchang gestartet sind, treten rund 3.000 Sportler aus mehr als 90 Nationen an. Die mediale Aufmerksamkeit ist den Sportlern, aber auch den Ausstattern, gewiss.

Russisches Sommermärchen?

Und im Sommer folgt mit der FIFA Fußball Weltmeisterschaft vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland der nächste sportliche Höhepunkt. Hier geht es zwar „nur“ um eine Sportart. Aber sie rund um den Erdball das Zuschauermagnet. Welche wirtschaftliche Dimension und welche Dynamik hinter dieser Sportart steht, zeigt der frisch veröffentlichte „Global Transfer Market Report“ des Weltfußballverbands FIFA. So setzten die Clubs im Jahr 2017 knapp 6,4 Milliarden US-Dollar (ca. 5,1 Milliarden Euro) weltweit allein mit Fußballtransfers um. Dies entspricht gegenüber 2016 einer Steigerung von 32,7 %. Die Ausstatter profitieren vom Hype – Real Madrid zum Beispiel, vom US-Anbieter Nike (WKN 866993) ausgestattet, verkauft pro Jahr weit mehr als 2 Millionen Trikots an die Fans. Paris Saint-Germain, ebenfalls vom US-Weltmarktführer ausgestattet, hat nach dem Rekordwechsel des brasilianischen Superstars Neymar an die Loire gleich am ersten Tag 10.000 Neymar-Trikots verkauft.

In der sportlichen Pole-Position bei der WM in Russland aber steht Adidas (WKN A1EWWW). Die Herzogenauracher statten nicht nur mehr Mannschaften aus als Nike, Puma, Umbro oder New Balance. Auch sind sie bei allen 64 Begegnungen mit im Spiel, denn Ball und Schiedsrichter-Ausstattung kommen von Adidas. Die Markenpräsenz zahlt sich aus. Im WM-Jahr 2014 kletterte der Umsatz im Vergleich zu den vorangegangenen Weltcups um 20 % auf 2,1 Milliarden Euro.

Rückenwind durch sportlichen Erfolg

„Als das Adidas Team Deutschland im Jahr 2014 erfolgreich Fußball spielte und auch Weltmeister wurde, explodierten schon im Turnierverlauf die Trikotverkäufe“, sagt Torsten Homann, Vermögensverwalter bei der Taunus Investments GmbH aus Bad Homburg.

Ob Wintersport oder Fußball: Sportliche Großereignisse bringen Ausstattern Rückenwind. Je erfolgreicher die Werbeträger, desto besser für´s Geschäft. „Allerdings klettern vor diesen Mega-Events auch die Ausgaben für Werbung und Marketing“, sagt Vermögensverwalter Homann. So koste es die Unternehmen immer mehr, die entsprechenden Top-Sportler mit Individuellen Vereinbarungen oder komplette Nationen unter Vertrag zu bekommen und auszurüsten. „Und diese Zusatzkosten müssen dann über zusätzliche Umsatz erst wieder verdient werden.“

Klare Dominanz der Platzhirsche

Speziell Adidas war zuletzt sehr erfolgreich und konnte dem Rivalen Nike auch im größten Sportmarkt der Welt, den USA, Marktanteile abknüpfen. „Die Adidas-Aktie könnte daher langfristig davon profitieren, vor allem mit Blick auf die jüngste Korrektur des Papiers, die inzwischen abgeschlossen scheint“, sagt der erfahrene Vermögensverwalter. Aber auch das Nike-Papier hat seine Reize. Denn mit einem Jahresumsatz, der umgerechnet im Jahr 2017 bei rund 31 Milliarden Euro lag, ist das US-Unternehmen globaler Marktführer vor Adidas, die es „nur“ auf einen Umsatz von mehr als 23 Milliarden Euro bringt, so aktuelle Schätzungen. Die Dominanz der beiden Platzhirsche zeigen die Umsätze der weltweiten Nummer drei und vier. Es sind die amerikanische Under Armour (WKN A0HL4V) mit ca. 5 Milliarden Euro und die deutsche Puma (WKN 696960), deren Jahresumsatz auf über 4 Milliarden Euro geschätzt wird. Gerade Puma stand zuletzt in den Schlagzeilen, nachdem sich der bisherige Großaktionär, der französische Luxuskonzern Kering, von einem Großteil seiner Beteiligung trennt. „Nun könnte Puma sich wieder vermehrt dem klassischen Sportgeschäft zuwenden und dem Lifestyle in den Hintergrund rücken“, schätzt Homann.

Sportlich per Zertifikat

Eine sportliche Paketlösung hat die HypoVereinsbank im Angebot. Die Bank brachte bereits im Mai 2012 ein Endlos-Zertifikat (WKN HV54ET) auf den Solactive Sports-Index an den Markt. Der Basiswert besteht dabei aus den 20 größten Unternehmen, die Sportbekleidung und Sportequipment herstellen. Zweimal pro Jahr wird die Zusammensetzung überprüft und alle 20 Titel dann auf einen jeweiligen Anteil von 5 % zurückgesetzt. „Damit wird ein Klumpenrisiko, also eine Übergewichtung einer Einzelaktie, vorgebeugt“, erklärt Homann. Neben den vier bereits erwähnten Werten sind im Portfolio auch hierzulande eher unbekannte Aktien enthalten. Ein Beispiel ist die finnische Amer Sports (WKN 870547), zu der neben der Tennis-Marke Wilson u.a. die im Wintersport bekannten Marken Atomic (vor allem Ski) und die im Jahr 2005 von Adidas gekaufte Salomon (Ski, Schuh und Bindung, aber auch Golf) gehören. Ein anderes Beispiel ist Yue Yuen (WKN 213795), die in Hongkong beheimatet ist und als Auftragshersteller Schuhe u.a. für die Branchengrößen Nike, Adidas und Puma in China produziert. Das Zertifikat kostet Anleger eine jährliche Managementgebühr von 1 %, bei Anrechnung der Dividenden.

Aktien und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 21.02.2018, Quelle: comdirect.de