Lufthansa
Rekord­auslastung

Passagierzahlen und Auslastung sind auf Rekordhöhen. Aber die Analysten bleiben bei der Airline skeptisch.

Die Deutsche Lufthansa ist sehr breit aufgestellt und hat einen guten Start ins Jahr 2017 geschafft. Im April wurden sogar Rekordwerte bei Passagierzahl und Auslastung erreicht. Die Aktie ist günstig bewertet und schüttet rund 3 % Dividende an die Aktionäre aus. Allerdings ist der Ausblick der Geschäftsleitung für das Gesamtjahr nur mäßig positiv, die Kerosinpreise sind vom niedrigen Niveau des Vorjahres angestiegen. Die Eigenkapitalquote dagegen ist zuletzt gesunken und die Analysten sind sehr skeptisch.

Lufthansa (WKN 823212)

Breite Aufstellung: Die Lufthansa AG ist mit rund 540 Tochter- und Beteiligungsunternehmen weltweit aktiv. Lufthansa, Austrian Airlines, Germanwings, Swiss, Brussels Airlines, JetBlue und SunExpress fliegen Ziele in mehr als 100 Ländern an. Lufthansa ist zudem als technischer Dienstleister für die Komplettbetreuung ganzer Flotten verantwortlich.

Guter Jahresstart: Die Lufthansa legte im ersten Halbjahr im Passagiergeschäft und in anderen Geschäftsbereichen kräftig zu. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) lag bei 1,04 Milliarden Euro und damit fast knapp doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2016. Im Gesamtjahr sollen 1,75 Milliarden Euro erreicht werden.

Rekord bei Passagieren und Auslastung: Lufthansa hat die Konzernflotte durch die Komplettübernahme von Brussels Airlines und mehr als 30 Flugzeuge von Air Berlin erheblich vergrößert. Dank der zusätzlichen Maschinen konnte der Konzern im ersten Halbjahr die Zahl der Passagiere um 17 Prozent auf annähernd fast 60 Millionen Fluggäste steigern.

Günstige Bewertung: Die Deutsche Lufthansa ist auf der Grundlage der Ergebnisprognosen für das Jahr 2017 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (2017) von rund sechs eine der günstigsten DAX-Aktien. Die Dividendenrendite liegt mit rund 3,0 % ebenfalls in der oberen DAX-Hälfte.

Lufthansa (WKN 823212)

Vorsichtiger Ausblick: Trotz eines starken ersten Halbjahrs und guter Vorausbuchungen bei den Airlines bleibt Lufthansa vorsichtig: Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen zwar mit stark steigenden Umsätzen, gleichwohl aber mit einem bereinigten Gewinn nur leicht über dem Vorjahr.

Höhere Treibstoffkosten: Teuer ist Kerosin im historischen Vergleich nicht. Aber gemessen am Vorjahr muss Lufthansa nach eigenen Prognosen im Gesamtjahr 2017 mehr aufwenden. Das belastet das Konzernergebnis, zumal die Lufthansa für die zweite Jahreshälfte mit fallenden Ticketpreisen rechnet.

Eigenkapitalquote sinkt: Im heftig umkämpften Luftverkehrsmarkt zählt finanzielle Stabilität. Das Eigenkapital der Lufthansa sank im ersten Quartal gegenüber dem Jahresende 2016 um 4,7 % auf 6,8 Milliarden Euro. Weil gleichzeitig die Bilanzsumme deutlich stieg, sank die Eigenkapitalquote um 2,7 Prozentpunkte auf 17,9 %

Skeptische Analysten: Schlechte Noten gibt es für die Deutschen Lufthansa von den Experten. Von 23 Analysten geben zurzeit nur acht eine Kaufempfehlung ab. Acht urteilen mit „Halten“ und sieben empfehlen „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei mageren 4 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (verkaufen) werden von den positiven (kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (kaufen, halten, verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 09.08.2017, Quelle: comdirect.de