Nachhaltige Zukunft

Nachhaltig investieren
Verantwortung für die Zukunft

Nachhaltiges Wirtschaften ist kein Modethema, sondern ein Megatrend. Unternehmen, die ethische und soziale Kriterien berücksichtigen und Wachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppeln können, gehört die Zukunft. Geldanleger können von diesem Trend profitieren.

Als US-Präsident Donald Trump im Sommer vergangenen Jahres den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verkündete, hagelte es weltweit Protest. Widerstand kam nicht nur von Umweltaktivisten. Auch das Who’s who der US-Wirtschaft stellte sich gegen den Präsidenten. Apple, Microsoft und Facebook forderten Trump schon im Vorfeld der Entscheidung in großformatigen Zeitungsanzeigen zum Verbleib im Vertragswerk auf. Aber auch die großen US-Ölproduzenten bekannten sich zum Klimaabkommen. Verrückte Welt? Nein! Ökonomisches Kalkül. Denn Unternehmen, die zum Risiko für die Umwelt werden, dürften langfristig zu den Verlierern gehören. So waren es nicht zuletzt Aktionäre des Ölmultis ExxonMobil, die die Geschäftsführung dazu drängten, ihre Planungen stärker am Klimaschutz auszurichten.

Inzwischen rudert auch Donald Trump zurück, der US-Präsident schließt eine Rückkehr zum Klimaabkommen nicht mehr aus. Denn er weiß: Nachhaltigkeit ist im Trend – bei Unternehmen, Konsumenten und Anlegern. Ob Massentierhaltung, Pestizide in der Nahrung, Plastikmüll in den Weltmeeren oder Dieselskandal: Viele Bürger haben sprichwörtlich die Nase voll und treffen deshalb auch bewusste Konsumentscheidungen. Sie ordern „grünen Strom“ bei den Versorgern und kaufen „Bio“ und „regionale Produkte“ im Supermarkt. Selbst Billigdiscounter kommen nicht mehr ohne ein entsprechendes Angebot aus. Auch Anleger haben begonnen, umzudenken. „Sie wollen in Unternehmen investieren, die gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel erfolgreich meistern und zugleich Gewinne erzielen“, ist Jessica Ground, Global Head of Stewardship bei dem Fondsanbieter Schroders, überzeugt.

Schritt zum prima Klima

Schlabberlook und Müsli: Das war einmal. Der Trend zur Nachhaltigkeit folgt ökonomischen Gesetzen, denn die Welt verändert sich rasant – Klimawandel und Bevölkerungswachstum sorgen für neue Rahmenbedingungen. „Wer nicht ökologisch handelt, wird ökonomisch untergehen“, sagt Alfred Platow, Vorstand der Ökoworld AG. „Umweltschonende und energieeffiziente Techniken sowie erneuerbare Energien sind dringend erforderlich, um den Bedarf der Weltbevölkerung an Wasser, Lebensmitteln, Energie, Gesundheitsfürsorge und Bildung zukünftig zu decken.“

Nachhaltige Zukunft: Markt für nachhaltige Investments in Deutschland

Starkes Wachstum
Markt für nachhaltige Investments in Deutschland (in Milliarden Euro); Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen

Naturverbrauch senken

Nachhaltigkeit heißt für Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel, zukünftiges Wachstum durch den Einsatz neuer Technologien vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. 15 Megatrends hat der Gründer und Leiter des Heidelberger Institutes für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ) identifiziert, die die Entwicklung der kommenden 50 Jahre massiv prägen werden. „Zehn dieser Themen betreffen die Nachhaltigkeit“, so Wenzel. Ob Energie oder Mobilität, ob Landwirtschaft, Ernährung oder Digitalisierung, er ist überzeugt: „Unternehmen, die sich rechtzeitig auf die Veränderungen einstellen und neue Geschäftsfelder entwickeln, werden langfristig zu den Gewinnern gehören.“

Beispiel Ernährung: Die Weltbevölkerung wächst rapide. Bis 2050 werden nach Prognosen der UN knapp zehn Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Um die Ernährung zu bewältigen, dürfte Fleisch, das nur unter Einsatz vieler Ressourcen produziert werden kann, zunehmend vom Speiseplan verschwinden und der Kampf um das Protein der Zukunft entbrennen. Unternehmen wie Beyond Meat stellen schon heute proteinhaltigen Fleischersatz aus Pflanzen her. Lachszüchter wie Bakkafrost produzieren Fisch, ohne dabei die Weltmeere zu überfischen. Auch weite Transportwege sowie ein steigender Verbrauch von Anbauflächen werden zum Problem. Vertical Farming könnte eine Lösung sein. In China wird Gemüse bereits in Food-Türmen gezüchtet. „Tech-Spezialisten wie Google oder Bill Gates sind bereits auf den Zug aufgesprungen“, sagt Wenzel. Auch ein Unternehmen wie Philips ist gut aufgestellt – als Produzent hochwertigen LED-Lichts, das passgenaue Einfallswinkel für die Gemüsezucht im Food-Turm bietet. „Nachhaltigkeitskriterien werden die zentralen Treiber für zukünftiges Wachstum sein“, ist Wenzel überzeugt.

Die Botschaft ist auch bei Anlegern angekommen. Laut einer aktuellen Studie der Fondsgesellschaft Schroders unter 22.000 Anlegern weltweit messen vier von fünf Anlegern dem Thema heute eine größere Bedeutung bei als noch vor fünf Jahren. HSBC Global Asset Management hat ermittelt, dass fast 97 % der europäischen und gut 85 % der nordamerikanischen Anleger ihre Klimainvestitionen in den kommenden Jahren erhöhen wollen.

Viele Strategien

Privatanleger können von dem Trend profitieren. Der Markt für nachhaltige Geldanlage wächst, in Deutschland im vergangenen Jahr um 15 % auf knapp 80 Milliarden Euro. Allerdings richten Fondsanbieter ihre Depots anhand sehr unterschiedlicher Kriterien aus. Die einen schließen Unternehmen, ganze Branchen oder Staaten aus, die etwa Waffen oder Kernkraft produzieren oder Menschenrechte missachten (Ausschlusskriterien). Andere filtern aus allen Branchen nach Kennzahlen und den Kriterien der Nachhaltigkeit die Besten heraus (Best-in-Class-Kriterien). Wieder andere versuchen, gezielt Einfluss auf das Management zu nehmen (Engagementkriterium). Dazu kommen Themenfonds, die sich auf Zukunftssektoren wie Wasser oder Umwelttechnik fokussieren. Die Grenzen sind fließend, oft werden auch unterschiedliche Ansätze kombiniert. Anlegern bleibt also nur, eigene Ziele zu formulieren und sie mit den Fondsprofilen zu vergleichen.

Pionier im nachhaltigen Asset-Management ist der Fondsanbieter Ökoworld. Strenge Ausschlussregeln und nachhaltiger Nutzen: Für den Flagschifffonds Ökoworld Ökovision Classic (WKN 974968) entscheidet ein unabhängiges Expertengremium, welche Unternehmen die ökologischen und ethisch-sozialen Bedingungen erfüllen und sich für das Anlageuniversum qualifizieren. Im zweiten Schritt wählt das Fondsmanagement auf Basis der Kennzahlen die aussichtsreichsten Unternehmen aus.

Fonds wie der Nordea 1 – Global Climate and Environment oder der Quest Cleantech fokussieren dagegen auf ökologische Aspekte wie den Klimawandel. Kepler nutzt für seinen Ethikfonds Ausschlusskriterien und allokiert nach sozialen und ökologischen Aspekten. Anleger können auch mit ETFs auf Nachhaltigkeit setzen. Die zugrunde liegenden Indizes fokussieren auf Zukunftsfelder wie Wasser, folgen ESG-Ratings (Environmental, Social, Governance) oder schließen Sektoren wie Rüstung, Waffen, Alkohol, Tabak oder Glücksspiel aus.

Breite Auswahl

Fonds oder ETFs, Ökologie und Umwelttechnik oder Ethik und Nachhaltigkeit: Anleger haben die Wahl.

FondsAA reg./comdirectWKN
Oeko-Aktienfonds5,0 %/3,75 %971682
SAM Sustainable Water Fund Euro C5,0 %/3,75 %A0B8QU
Nordea 1 Global Climate and Environment5,0 %/2,5 %A0NEG2
Keppler Ethik Aktienfonds4,0 %/3,0 %693479
Parvest Climate Impact – Privilege Euro3,0 %/0,0 %A1H8VC
ETFWKN
iShares Dow Jones Global Sustainability ScreenedA1H7ZT
iShares MSCI Europe SRI UCITS ETFA1H7ZS
Deka Oekom Euro NachhaltigkeitETFL47
iShares Global Water UCITS ETFA0MM0S
Auswahl: Fonds Ökologie/Umwelttechnologie oder Ethik/Nachhaltigkeit mit mindestens vier Morningstar-Sternen; ETFs Ökologie/Umwelttechnik oder Ethik/Nachhaltigkeit, jeweils nach Fünf-Jahres-Wertentwicklung oder Ein-Jahres-Wertentwicklung (ETF). Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die in ausländischer Währung notieren, bestehen zudem Währungsrisiken. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Allein verbindliche Grundlage des Kaufes eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher und/oder englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www. comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Stand 21.02.2018; Quelle: comdirect.de