Medizintechnik: Wachstum hält an

Medizintechnik
Wachstum hält an

Alterung und Digitalisierung treiben die Branche an – deutsche Medizintechnik-Unternehmen profitieren davon.

Die Bevölkerung in den Industrieländern altert. Das liegt an niedrigeren Geburtenraten, aber auch an der steigenden Lebenserwartung. Eine 1980 in Deutschland geborene Frau hatte eine durchschnittliche Lebenserwartung von 76 Jahren. Heute sind es schon 83 Jahre. Der Trend wird sich fortsetzen. So prognostiziert ein Forschungsteam des Imperial College London für Neugeborene des Jahres 2030 in westlichen Industrieländern eine Lebenserwartung von mehr als 90 Jahren. Die Medizintechnik treibt diesen Trend entscheidend an: „Sie hat in den zurückliegenden Jahren enorme Fortschritte gemacht“, erklärt Professor Marc Kraft, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Technologies of Sciences und Vorsitzender des Fachbeirats Medizintechnik. „Durch die Verbesserung der medizinisch eingesetzten Technik – etwa Systeme zur bildgebenden Diagnostik – und die Entwicklung neuer Methoden wie minimalinvasiver Techniken können Krankheiten noch schneller und sicherer erkannt und besser behandelt werden.“

Apps und Software helfen

Neben der demografischen Entwicklung profitiert die Branche auch von der fortschreitenden Technisierung und Digitalisierung. Schon heute können sich etwa Patienten spezielle Sensoren implantieren lassen. Diese Sensoren messen dann die Entwicklung von schleichenden Krankheiten und bieten frühzeitige Warnhinweise. Gerade Patienten mit chronischen Krankheiten können so Arztbesuche einsparen, bei denen nur Messungen vorgenommen werden. Apps und Software-Anwendungen helfen schon beim Protokollieren des persönlichen Gesundheitszustandes oder bieten individuelle Trainingsprogramme an. „Die Kombination von Innovation, Marktausweitung mit neuen Dienstleistungen und stabiler Nachfrage eröffnet dem Anleger vielversprechende Investmentchancen“, erklärt Stefan Blum, Fondsmanager des Branchenfonds Bellevue Funds BB Adamant Medtech & Services (WKN A0RP23).

Einzelwerte und Fonds

Europäische und deutsche Unternehmen sind in der Medizintechnik sehr gut positioniert. Ein bekannter Wert etwa ist das deutsche Traditionsunternehmen Drägerwerk (WKN 555063), das knapp zwei Drittel der Umsätze mit Medizintechnik erzielt. Dazu gehört hochwertige OP-Ausstattung genauso wie Beatmungsgeräte für die Intensivmedizin. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um rund 1,9 % auf rund 2,57 Milliarden Euro. Damit lag das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2017 leicht oberhalb der von Dräger prognostizierten Bandbreite. Eckert & Ziegler (WKN 565970) zählt zu den größten Anbietern von radioaktiven Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre stiegen hier der Umsatz durchschnittlich um 10,6% und der Gewinn sogar um 15,7 % pro Jahr.

Aus Irland kommt mit Medtronic (WKN A14M2J) der Weltmarktführer der Branche. Der Konzern ist vorwiegend in den Geschäftsbereichen Herzrhythmus-Kontrolle, Neurologie, Wirbelsäulen- und Gefäßchirurgie tätig. Mit einem Weltmarktanteil von fast 50 % ist Medtronic die unangefochtene Nummer eins bei Herzschrittmachern. 60 % der Umsätze von zuletzt knapp 30 Milliarden Dollar erzielt das Unternehmen in den USA. Wer breit gestreut auf den weiteren Aufwärtstrend der Branche setzen möchte, kann beispielsweise in den Sektorfonds Bellevue Funds BB Adamant Medtech & Services (WKN A0RP23) investieren. Er enthält die großen und kleinen Player der internationalen Medizintechnik. Zu den größten Positionen des Portfolios gehören neben Medtronic auch Abbott Laboratories (WKN 850103) und Boston Scientific (WKN 884113) sowie Danaher (WKN 866197).

Aktien und Fonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds/ETFs („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 21.02.2018. Quelle: comdirect.de.