Lufthansa: Rekordzahlen

Lufthansa
Rekordzahlen

Die Deutsche Lufthansa legt kräftig bei Umsatz und Gewinn zu. Mit der Übernahme großer Teile von Air Berlin stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.  

Die Deutsche Lufthansa ist breit aufgestellt und hat nach der Übernahme großer Teile von Air Berlin weiterhin gute Wachstumsaussichten. In den ersten neun Monaten 2017 stiegen Umsatz und Gewinn auf neue Rekordwerte, gleichzeitig konnten die Schulden deutlich gesenkt werden. Die Aktie ist weiterhin niedrig bewertet. Allerdings konnte sich Lufthansa die Air-Berlin-Tochter Niki aufgrund kartellrechtlicher Bedenken nicht sichern. Die Kerosinpreise sind vom niedrigen Niveau des Vorjahres angestiegen, und die Servicegeschäfte laufen schleppend. Das Image bei den Analysten hat sich zwar verbessert, liegt aber noch unter dem DAX-Durchschnitt.

Lufthansa (WKN 823212)

Wachstumsperspektiven: Die Lufthansa AG ist mit rund 540 Tochter- und Beteiligungsunternehmen wie Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines in mehr als 100 Ländern aktiv. Mit der Übernahme großer Teile der Air-Berlin-Gruppe wurden die Weichen für starkes Wachstum der Tochter Eurowings gelegt. Lufthansa ist zudem als technischer Dienstleister für die Komplettbetreuung ganzer Flotten verantwortlich.

Rekord bei Umsatz und Gewinn: Die Lufthansa Group konnte ihre Umsätze in den ersten neun Monaten 2017 um gut 12 % auf knapp 27 Milliarden Euro steigern. Das Adjusted Ebit legte um 883 Millionen Euro bzw. 52 % auf einen neuen Rekordwert von 2,56 Milliarden Euro zu. Damit wurde der Rekordwert des Vorjahres erneut verbessert.

Schulden deutlich gesenkt: Die Nettokreditverschuldung des Lufthansa-Konzerns ging vom Jahresbeginn 2017 bis Ende September um gut 80 % auf 521 Millionen Euro zurück. Die Pensionsrückstellungen reduzierten sich um fast eine halbe Milliarde Euro auf rund 7,9 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote stieg seit dem Jahreswechsel um 1,7 Prozentpunkte auf 22,3 %.

Günstige Bewertung: Die Deutsche Lufthansa ist auf der Grundlage der Ergebnisprognosen für das Jahr 2017 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (2017) von rund sieben eine der günstigsten DAX-Aktien. Trotz des stark gestiegenen Aktienkurses liegt die Dividendenrendite bei rund 2,5 %.

Lufthansa (WKN 823212)

Gescheiterte Niki-Übernahme: Lufthansa hat zwar vom Aus der Air Berlin grundsätzlich profitiert und konnte große Teile des Unternehmens übernehmen. Bei der Tochter Niki kam sie jedoch wegen Bedenken der EU-Kommission nicht zum Zuge. Insgesamt dürfte sich der Wettbewerb bei den Airlines weiter verschärfen.

Höhere Treibstoffkosten: Wirklich teuer war Kerosin auch im vergangenen Jahr 2017 nicht. Im Vergleich zum Jahr 2016 sind die Preise aber dennoch deutlich gestiegen. Insgesamt hat Lufthansa im Gesamtjahr nach eigenen Schätzungen etwa 5,3 Milliarden Euro für Flugbenzin zahlen müssen – rund 500 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.

Schwächeres Servicegeschäft: Im Gegensatz zu Fluggastzahlen und Transportvolumen blieben die Servicegeschäfte weiterhin zurück. Das Ergebnis von Lufthansa Technik lag in den ersten neun Monaten 2017 mit 333 Millionen Euro um 33 Millionen unter dem des Vergleichszeitraums im Vorjahr. Auch die LSG Group (Catering, Bordverkauf und Bordunterhaltungsprogramme) notierte ein Minus von 14 Millionen Euro und erreichte 66 Millionen Euro.

Skeptische Analysten: Durchwachsene Noten gibt es für die Deutsche Lufthansa weiterhin von den Experten. Von 21 Analysten geben zurzeit nur elf eine Kaufempfehlung ab. Sechs urteilen „Halten“ und vier empfehlen „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 33 % – nicht gut, aber deutlich positiver als zum Jahresbeginn 2017.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 17.01.2018, Quelle: comdirect.de