Künstliche Intelligenz
Investieren in die digitale Zukunft

Lernende Computer sind auf dem Vormarsch und werden an Bedeutung gewinnen. Investoren können profitieren.

Im Schach ist der Mensch dem Computer schon lange unterlegen, seit vergangenem Jahr auch im komplexeren chinesischen Brettspiel Go und selbst im Pokern. Dabei rechnen die Superhirne Watson von IBM oder AlphaGo von Google nicht nur beliebig viele Spielzüge voraus, sie erkennen auch Bluffs und Finten. Künstliche Intelligenz (KI), ein Teilbereich der Informatik, der sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens befasst, entwickelt sich rasant. Und sie hat längst Einzug in Alltag und Produktion gehalten. Siri und Co. erleichtern das Leben, Fahrassistenzsysteme erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr, im Gesundheitssektor werden dank Algorithmen Diagnosen erstellt. Und selbst juristische Stellungnahmen spuckt der Rechner schneller und präziser aus, kann er doch in Windeseile alle verfügbaren Gesetzestexte durchforsten.

Rasantes Wachstum

„Künstliche Intelligenz ist mehr als nur ein paar kluge Algorithmen, die Probleme selbstständig lösen können“, ist Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, überzeugt. „KI hat das Potenzial, ganze Industrien zu revolutionieren – etwa in den Bereichen Gesundheitswesen, Transport oder in der Agrarwirtschaft.“ Und der Markt wächst rasant. Bis 2025 sollen die weltweiten Umsätze mit KI von heute unter einer Milliarde US-Dollar auf knapp 37 Milliarden US-Dollar anwachsen, so Prognosen des Datenanbieters Tractica. Das entspräche einer Wachstumsrate von 57 % pro Jahr. Mit den Rechnerkapazitäten steigt die Zahl vorhandener Daten, die ausgewertet werden können. „Um die Stärke des Trends zu verdeutlichen: Rund 98 % der heute auf der Erde verfügbaren Daten wurden in den zurückliegenden 24 Monaten erzeugt“, sagt Thomas Rappold, Investment Advisor, Unternehmer und Hightech-Spezialist.

Ob Software, Halbleiterelektronik, Cloud-Computing, Internet-Services oder E-Commerce: Anleger können von der gesamten Wertschöpfungskette profitieren. Neben Big-Data-Analytik, Hardware und Chipherstellern hat Rappold vor allem große, dominierende Plattformbetreiber im Blick. Aber auch Unternehmen wie Maschinenbauer, die künstliche Intelligenz erfolgreich in ihr Geschäftsmodell integrieren.

Plattformanbieter im Visier

„Marktplatzbetreiber wie Amazon (WKN 906866), Alibaba (WKN A117ME) oder Netflix (WKN 552484) verfügen über immense Mengen an qualitativ hochwertigen Kundendaten“, so Rappold. Amazon etwa nutze bereits seit mehr als 15 Jahren erfolgreich seine Empfehlungsalgorithmen. „Mit Alexa wird jetzt eine Art ‚elektronischer Butler‘ angeboten.“ Einer der wichtigsten Player im Bereich der künstlichen Intelligenz ist Alphabet (WKN A14Y6F). Allein elf der 55 wichtigsten KI-Unternehmenszukäufe gingen an den US-Konzern – zum Beispiel aus den Bereichen Bilderkennung, Videoempfehlungen und Sprachassistenzsysteme.

Das sogenannte „Deep Learning“, also Optimierungsmethoden für neuronale Netze zur Verbesserung von Vorhersageanalysetechniken, Diagnostik und Empfehlungen, könnte zum technologischen Zünder werden. Einer der wichtigen Player ist der Grafikprozessor-Erfinder Nvidia (WKN 918422). Denn die Grafik-Chips kommen in der KI-Forschung von Unternehmen wie Facebook, Alphabet, IBM und Microsoft zum Einsatz. „Alphabet ist die führende Software- und Nvidia die führende Hardwareplattform“, resümiert Thomas Rappold.

Von der Wertschöpfungskette profitieren

Anleger können mit Einzelwerten, aber auch breit gestreut per Fonds oder per Zertifikat vom Wachstum des KI-Marktes profitieren. Der Allianz Global Artificial Intelligence (WKN A2DKAV) sucht Aktien derjenigen Unternehmen, die den Fortschritt von KI vorantreiben oder hiervon direkt profitieren. Der E-Mobil-Pionier Tesla (WKN A1CX3T), der Halbleiter-Produzent Micron Technology (WKN 869020) sowie der Cloud-Spezialist Salesforce (WKN A0B87V) sind aktuell die Top-Positionen im Fonds.

Vontobel hat im September ein Zertifikat (WKN VL3SJB) auf den Solactive Artificial Intelligence Performance Index aufgelegt. Der Index bündelt gleichgewichtet maximal 20 Unternehmen der Sektoren Hardware-Plattformen, Software-Plattformen und Big Data und bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein. Indexberater Thomas Rappold selektiert nach der Affinität des Geschäftsmodells zur KI und der Finanzkraft der Unternehmen. Neben Alphabet und Amazon setzt Rappold auf die chinesischen Schwergewichte Alibaba (WKN A117ME), Baidu (WKN A0F5DE) und Tencent (WKN A1138D). Großes Potenzial für die KI sieht Rappold in den Sektoren Finanzdienstleistung, Medien, Automobil und Marketing.

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