Biotechnologie
Innovative Medikamente und Übernahmen

Nach einer Atempause startet die Biotechnologie-Branche wieder durch. Neue Krebsmedikamente stehen im Fokus.

Nach einem langen Aufwärtstrend blieben Aktien aus dem Biotechsektor in den vergangenen zwölf Monaten hinter dem Markt zurück. Jetzt deutet sich neuer Schwung an: Zahlreiche Unternehmen stehen vor der Zulassung neuer Präparate. So hat der deutsche Biotech-Pionier Morphosys (WKN 663200) nach Jahren der Forschung endlich einen Durchbruch bei einem neuen Wirkstoff zur Behandlung der Schuppenflechte geschafft. Das Marktpotenzial des nun in den USA zugelassenen Wirkstoffes Tremfya wird auf 3,5 Milliarden US- Dollar geschätzt. Und Ende August ließ die amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA früher als erwartet mit Kymriah von Novartis eine innovative Methode der Krebsbehandlung zu: „Diese Zulassung zeigt, dass der Innovationszyklus des Biopharma-Sektors seine schnelle Fahrt fortsetzt“, erklärt Harald Schwarz, Geschäftsführer von Medical Strategy und Fondsberater des FCP OP Medical Biohealth Trends – EUR (WKN 941135). „Mit fünf FDA-Zulassungen im August erhöhte sich die Zahl der neuen innovativen Medikamente seit Jahresanfang auf 31 und befindet sich damit auf Rekordkurs.“

Übernahmekarussell dreht sich

Zusätzlich dreht sich das Übernahmekarussell in der Branche. Erst im Juli kaufte Johnson & Johnson für 30 Milliarden US-Dollar die kleinere Actelion. Und Ende August übernahm Gilead für zwölf Milliarden Dollar Kite Pharma. Eine Anlagemöglichkeit, um von solchen Deals zu profitieren, ist die Aktie von BB Biotech (WKN A0NFN3). Die Beteiligungsgesellschaft investiert wie ein Fonds und profitierte zuletzt von ihrer Actelion-Beteiligung. Das Schweizer Unternehmen ist einer der weltgrößten Investoren der Branche. Bei der Auswahl der hauptsächlich börsennotierten Unternehmen stützt sich BB Biotech auf die Analyse von Ärzten und Molekularbiologen. Das Unternehmen bietet zudem eine attraktive Dividendenrendite von rund 5 %.

Ein sehr stabiles Wachstum bietet auch Amgen (WKN 867900). Der weltgrößte Biotechkonzern hat in den Jahren 2011 bis 2016 den Umsatz pro Jahr um rund 8 % gesteigert. Beim Gewinn gelang Amgen sogar eine Steigerung von durchschnittlich 16 %. Das Wachstum stützt sich auf Epogen (EPO) und den Nachfolger Aranesp gegen Blutarmut sowie Neupogen und die Weiterentwicklung Neulasta zur Stimulierung der weißen Blutkörperchen in der Krebstherapie. Nach der Übernahme von Immunex hat Amgen mit dem Präparat Enbrel gegen rheumatische Arthritis noch einen weiteren Blockbuster im Produktportfolio.

Breit gestreut in Biotech investieren

Breiter gestreut und mit regelmäßigen Portfolioanpassungen können Anleger mit aktiv gemanagten Fonds auf diesen Sektor setzen. Schon seit 1999 ist hier der DWS Biotech (WKN 976997) am Markt. Bei der Anlagepolitik setzt der seit 2004 verantwortliche Fondsmanager Dr. Noushin Turner auf Aktien von Biotechnologieunternehmen mit dem geografischen Schwerpunkt auf den USA. Zusätzlich erfolgt noch eine Beimischung ausgewählter Aktien aus den Bereichen Pharma und Medizintechnik. Die drei größten Positionen sind aktuell die US-Unternehmen Celgene (WKN 881244), Amgen und auch Biogen (WKN 789617). Rund die Hälfte des Fondsvermögens liegt dabei in sogenannten Mega Caps, die einen Börsenwert von mehr als zehn Milliarden Dollar aufweisen. Stärker auf die Newcomer der Branche setzt der FCP OP Medical Biohealth Trends – EUR (WKN 941135). Aktuell am höchsten gewichtet sind in diesem Fonds die Aktien von Incyte Co. (WKN 896133) und Neurocrine Biosciences (WKN 900964).

Aktien und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, und damit sind Kursverluste möglich. Bei Werten außerhalb des Euro-Raumes beeinflussen Währungsschwankungen die Performance. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds/ETF sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung von comdirect dar. Stand: 18.10.2017; Quelle: comdirect.de