Infineon
Produkte stark gefragt

Der Halbleiterspezialist präsentiert gute Zahlen. Insbesondere das Automobilgeschäft läuft hervorragend.

Infineon gehört zu den Big Playern im internationalen Halbleitergeschäft. Insbesondere das Automobilgeschäft lief zuletzt gut und trug wesentlich zur Verbesserung des Konzernergebnisses und der Marge bei. Bei den Analysten ist die Aktie gut angesehen. Allerdings ist sie hoch bewertet und bietet trotz deutlich gestiegener Ausschüttungen nur eine niedrige Dividendenrendite. Das Segment Chipkarten läuft gebremst, und der Ausblick für das dritte Quartal des Geschäftsjahres ist nur mäßig positiv.

Infineon (WKN 623100)

Breit aufgestellt: Infineon gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Halbleitern und Spezialchips. Mit den Geschäftsbereichen Automotive (ATV), Industriesparte (ITV), Hausgeräte (PMM) und Chip Card & Security (CCS) ist Infineon breit aufgestellt.

Starkes Wachstum: Infineon profitiert weiter von einer anhaltend guten Nachfrage im Automobilgeschäft. Denn moderne Autos und insbesondere E-Mobile brauchen zunehmend Halbleiter. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 (zum 30.06.2017) gegenüber dem Vorquartal um 4 % auf 1,83 Milliarden Euro.

Deutliche Verbesserung bei Ergebnis und Marge: Das operative Ergebnis der vier Segmente verbesserte sich im dritten Quartal um 14 % auf 338 Millionen Euro. Netto verdiente Infineon 253 Millionen Euro, nach 199 Millionen Euro im Vorquartal.

Optimistische Analysten: Die Analysten trauen der Infineon-Aktie weiterhin einiges zu. 15 Experten setzen die Aktie zurzeit auf „Kaufen“, vier optieren für „Halten“. Nur vier von 23 Experten geben eine Verkaufsempfehlung ab. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 48 %.

Infineon (WKN 623100)

Hohe Bewertung: Infineon gehörte in den vergangenen fünf Jahren zu den performancestärksten Aktien im DAX. Auf Basis der für 2017 erwarteten Gewinne beläuft sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf rund 23. Infineon benötigt kräftige Gewinnsteigerungen, um diese Erwartungen zu rechtfertigen.

Dividendenrendite gesunken: Infineon hat zwar in den vergangenen Jahren die Dividenden von zehn Cent (2010) schrittweise bis auf 22 Cent je Aktie (2016) gesteigert. Mit einer Ausschüttungsquote von rund 1,2 % reicht es aber nur für einen hinteren Platz in der DAX-Rangliste.

Minus bei Chipkarten: Im Segment CCS (SIM-Karten, Sicherheitschips für Bezahlkarten, Zugangskarten und Personalausweise) ging der Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017 um 7 % auf 169 Millionen Euro zurück. Vor allem klassische SIM-Karten verkauften sich schlechter, die Marge des CCS-Segments verschlechterte sich von 19,9 % auf 17,2 %.

Verhaltener Ausblick: Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2017  erwartet das Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal nur einen annähernd konstanten Umsatz. Grund für den voraussichtlich nur stabilen Umsatz ist der im Vergleich zum Vorquartal unterstellte, deutlich ungünstigere Wechselkurs von Euro zu US-Dollar.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 13.09.2017; Quelle: comdirect.de