Automobilaktien
Günstig und dividendenstark

Automobilhersteller in der Krise? Von wegen! Die Gewinne sprudeln – und Anleger kassieren mit.

Der Volkswagen-Konzern machte es Real Madrid nach: Cristiano Ronaldo und Co. verteidigten im vergangenen Sommer als erste Mannschaft überhaupt die Krone in der UEFA Champions League. Die Wolfsburger feierten als erster deutscher Automobilbauer den Doppelerfolg als größter Hersteller der Welt. 10,7 Millionen Fahrzeuge konnte der Konzern 2017 verkaufen und ließ damit wie schon 2016 die langjährigen Gewinner Toyota (Platz zwei mit 10,4 Millionen) und General Motors hinter sich.

Hohe Dividenden

Trotz Image-Dauerkrise um den Dieselskandal und mögliche Preisabsprachen mit anderen Konzernen: Die international gute Konjunktur beschert den deutschen Automobilherstellern Umsatz- und Gewinnrekorde. BMW (WKN 519000) konnte von 2012 bis 2017 ein jährliches Gewinnwachstum von 7,5 % bei einem jährlichen Umsatzplus von 4,7 % vorweisen. Auch Daimler (WKN 710000) befindet sich bei Umsatz und Gewinn auf Rekordniveaus. 2017 stieg der Umsatz um 7,4 %, und beim Gewinn ging es sogar um 24 % auf 10,9 Milliarden Euro nach oben. Und VW (WKN 766403) ist ebenfalls wieder dick in der Gewinnzone. Nach 1,58 Milliarden Euro Verlust im Jahr 2015 erwirtschafte VW bereits 2016 wieder einen Betriebsgewinn von 7,1 Milliarden Euro. 2017 dürften unter dem Strich wieder rund zehn Milliarden Euro Gewinn stehen.

Autoaktien günstiger bewertet als der DAX

Trotz guter Zahlen halten sich Investoren an der Börse zurück. Das spiegelt sich in den Bewertungen wider: VW, Daimler und BMW werden zum Sieben- bis Achtfachen des für dieses Jahr erwarteten Gewinns (KGV) gehandelt und sind damit günstiger als der DAX, für den Anleger rund das 14-Fache zahlen. Auch internationale Automobilproduzenten sind aktuell günstig zu haben. Bei den zehn führenden Automobilkonzernen – darunter neben den deutschen Premiumanbietern auch General Motors, Toyota, Renault – liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Schnitt bei 7,6. Zudem winkt Anlegern eine attraktive Dividende. Durchschnittlich liegt die Dividendenrendite der internationalen Automobilaktien derzeit bei 3,5 %. Die deutschen Hersteller Daimler und BMW bieten bis zu 5 %.

E-Mobilität erfordert Investitionsschub

Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger ist der Branchenumbruch. Die Anforderungen steigen: So müssen die Hersteller ab 2021 strenge Abgasregeln erfüllen, neu zugelassene Fahrzeuge dürfen dann im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Sollten die Hersteller diese Vorgaben der EU nicht erfüllen, drohen Geldbußen. Bis zum Jahr 2030 müssen die Hersteller den CO2-Ausstoß dann um weitere 30 % reduzieren. Parallel dazu soll der Anteil der emissionsfreien Fahrzeuge bis 2025 bzw. 2030 auf 15 bzw. 30 % ansteigen. Diese Herausforderungen erfordern massive Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Tesla verfehlt selbst gesteckte Ziele

E-Mobilität ist eines der Themen, das über die zukünftige Marktposition entscheidet. Nachdem Pionier Tesla (WKN A1CX3T) die selbst gesteckten Ziele bei der Produktion des Mittelklassewagens Model 3 weit verfehlte, schwindet das Vertrauen der Investoren. „Wir sehen Tesla momentan weniger als harten Konkurrenten der etablierten Automobilhersteller, sondern vielmehr als Wegbereiter der Elektromobilität, der die alteingesessenen Konzerne zu stärkerer Leistung antreibt”, sagt Frank Schwope, Autoanalyst bei der Nord LB.

Risiko breit streuen

Den deutschen Anbietern bleibt also mehr Zeit für die Aufholjagd. Alle Konzerne haben bereits große Elektro-Offensiven angekündigt. Anleger, die Einzelwertrisiken scheuen, können breit gestreut in den Automobilsektor investieren. Einen klaren Fokus auf die europäische Branche hat hier der STOXX Europe 600 Automobiles & Parts ETF (WKN ETF061). In diesem kostengünstigen Indexfonds sind neben den großen Herstellern auch wichtige Zulieferer enthalten. Bekannte Namen aus diesem Segment sind etwa Continental (WKN 543900) oder der französische Automobilzulieferer Valeo (WKN A2ALDB).

Aktien, ETFs und Fonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raumes bestehen Währungsrisiken. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines ETFs/Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des ETFs/Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 21.02.2018; Quelle: comdirect.de