Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten, analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen.

Chartanalyse von C. Geyer
Gold: Spiel­raum für Auf­wärts­po­ten­zi­al

Christoph Geyer

ist Technischer Analyst bei der Commerzbank und in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland (VTAD) mitverantwortlich für die Ausbildung Technischer Analysten. Der Autor des Buches „Einfach richtig Geld verdienen mit Technischer Analyse“ analysiert für compass online regelmäßig die Charts von wichtigen Unternehmen und Währungen.

Weitere Informationen und Termine zu aktuellen Vorträgen oder Seminaren zum Autor finden Sie unter www.christophgeyer.de

Was noch fehlt, damit die Edelmetall-Währung ins Laufen kommt.

Gold ist nicht nur als Schmuck oder Anlage begehrt. Es dient auch in begrenztem Umfang als Zahlungsmittel. Die Notenbanken weisen Gold als Währungsreserven aus, und als Wertaufbewahrungsmittel ist es nicht nur bei den Reichen der Reichsten beliebt. Der Preis schwankt dabei gegen alle anderen Währungen und wird nicht selten als Inflationsbarometer bezeichnet. Physisches Gold unterliegt zwar auch den Schwankungen des Marktpreises, die Wertaufbewahrungsfunktion steht aber im Vordergrund. Anders sieht es beim „Buchgold“ aus. Hier kann z. B. mit verschiedenen Derivaten spekuliert werden, weshalb der Technischen Analyse eine besondere Bedeutung zukommt.

Übergeordneter Abwärtstrend vs. kurzfristiges Potenzial

Der übergeordnete Abwärtstrend, der 2011 begonnen hatte, ist unverändert intakt. Die jüngsten Anläufe endeten jeweils unterhalb der Trendlinie. Positiv ist dagegen zu werten, dass der Ende 2012 begonnene Abwärtstrend inzwischen verlassen wurde. Ein neues Tief wurde seitdem nicht mehr generiert. Da das anschließende Top den vorherigen Höchstwert überstiegen hatte, ist nach der Dow-Theorie von einem neuen Aufwärtstrend zu sprechen. Die aktuelle Indikatorenlage ist allerdings eher negativ zu betrachten. Sowohl der MACD-Indikator als auch der Stochastik-Indikator haben Verkaufssignale hinterlassen, weshalb ein Bruch des übergeordneten Abwärtstrends kurzfristig noch nicht erfolgen dürfte.

Referenzzeitraum: 20.07.2007 bis 20.07.2017; Quelle: comdirect

Der kurzfristige Chart lässt dagegen mehr Spielraum für Aufwärtspotenzial. Seit Dezember vergangenen Jahres zeichnet sich der Chart von Gold durch scharf abgegrenzte Trends aus. Sowohl die Aufwärts- als auch die Abwärtstrends gingen nach dem jeweiligen Trendbruch sofort in den entsprechenden Gegentrend über. So konnte sich mit den Kaufsignalen bei den Indikatoren und der zusätzlichen Divergenz beim Stochastik-Indikator zuletzt ein neuer kurzfristiger Aufwärtstrend etablieren. Es war wichtig, dass das vorherige Tief nicht signifikant unterschritten wurde. Wäre dies der Fall gewesen, hätte man von einem Doppeltop sprechen müssen und Notierungen im Bereich von 1.120 US-Dollar wären wieder möglich geworden. Jetzt muss beobachtet werden, ob die Marktteilnehmer genügend Kraft aufbringen können, um den Preis in den Bereich der jüngsten Tops zu treiben. Sollte dies der Falls sein, sind auch neue kurzfristige Höchstwerte möglich.

Referenzzeitraum: 20.07.2016 bis 20.07.2017; Quelle: comdirect

Aktien und Edelmetalle unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Typisierende Modellrechnung“ im Impressum). Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 20.07.2017; Quelle: comdirect.de