Adidas
Gewinnsprung erwartet

Adidas-Chef Kaspar Rorsted präsentiert Rekordzahlen. Mit dem Programm „one adidas“ soll der Konzern noch schlagkräftiger werden.

Unter dem neuen Vorstandschef Kaspar Rorsted präsentierte Adidas im zweiten Quartal 2017 Rekordzahlen. Im Gesamtjahr soll der Gewinn – auch dank des starken US-Geschäfts – um mehr als 25 % zulegen. Mit einer Konzentration auf die Kernmarken Adidas und Reebok sowie einer konsequenten Vereinheitlichung der weltweiten Prozesse will Rorsted den Schwung mittelfristig noch verstärken. Allerdings ist Reebok noch längst nicht auf dem Niveau von Adidas. Das einstmals starke Russland-Geschäft schrumpft zusehends. Die Adidas-Aktie gehört inzwischen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 von rund 29 zu den teuersten Aktien im DAX. Viele Analysten sehen daher Adidas zurzeit nur als Halteposition.

ADIDAS (WKN A1EWWW)

Starkes Wachstum: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017 verdiente Adidas operativ mit 505 Millionen Euro 18 % mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft stieg um ein Fünftel auf gut fünf Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde deutlich angehoben: Der bereinigte Umsatz soll um 17 % bis 19 %, der Gewinn sogar um 26 % bis 28 % zulegen.

US-Geschäft brummt: Besonders gut läuft es derzeit in Amerika. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um mehr als 25 % zu. Marktführer Nike liegt zwar weiterhin deutlich vorn. Aber der Newcomer Under Armour hatte zuletzt schwächere Wachstumsraten als die populäre Marke aus Deutschland. Adidas punktet zurzeit vor allem mit den modischen Linien.

Konzentration aufs Kerngeschäft: Kaspar Rorsted konzentriert sich ein Jahr nach seinem Antritt als Vorstandsvorsitzender ganz auf Schuhe und Bekleidung von Adidas und Reebok. Die Golfsparte mit den Marken TaylorMade, Adams und Ashworth verkaufte er an den US-Finanzinvestor KPS. Die Eishockey-Sparte mit der Marke CCM Hockey ging im Spätsommer an Birch Hill Equity Partners.

Rorsted macht Dampf: Über die Initiative „one adidas“ will Rorsted den Sportartikler noch effizienter machen. Die Abläufe werden digitalisiert und weltweit vereinheitlicht. Das betrifft die IT, aber auch den Einkauf, das Marketing und das Personalwesen. Für die Umsetzung des Programms rechnet Rorsted mit drei bis vier Jahren.

ADIDAS (WKN A1EWWW)

Letzte Chance für Reebok: Seit dem Erwerb im Jahr 2006 konnte die Adidas-Zweitmarke Reebok die Erwartungen nie voll erfüllen. Rorsted hat jetzt Adidas und Reebok wieder komplett getrennt. Drei Jahre Zeit hat Reebok, um das Gewinnniveau von Adidas zu erreichen. Falls das nicht gelingt, könnte die Marke zum Verkauf stehen.

Schwaches Russland-Geschäft: Russland war einst mit einem zweistelligen Umsatzanteil ein starkes Adidas-Standbein. Inzwischen machen die Herzogenauracher dort nur noch 3 % ihres Gesamtumsatzes. Währungsbereinigt sanken die Erlöse im zweiten Quartal um 11 %. Als Konsequenz werden jetzt einige Adidas-Stores in Russland geschlossen.

Hohe Bewertung: Adidas gehörte zuletzt zu den performancestärksten Aktien im DAX. Zwar legten auch die Unternehmensgewinne kräftig zu. Aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 29 notiert Adidas unter den am höchsten bewerteten Aktien im Auswahlindex. Trotz regelmäßig steigender Ausschüttungen liegt die Dividendenrendite bei mageren 1,3 %.

Gedämpfter Optimismus: Vor gut drei Jahren lag der comdirect Analystenscore für Adidas noch bei 64 %. Aktuell sind es lediglich noch 43 %. Von den 23 Analysten empfiehlt zwar nur ein Experte den Verkauf des Papiers. Aber jeweils elf Experten setzen die Aktie zurzeit auf „Halten“ bzw. „Kaufen“.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 18.10.2017; Quelle: comdirect.de