Elektromobilität: Der nächste Megatrend

Elektromobilität
Der nächste Megatrend

Sinkende Batteriepreise und Elektroquoten begünstigen den Durchbruch der E-Mobilität.

2017 könnte als Jahr der Zeitenwende in die Geschichtsbücher eingehen – zumindest, wenn es um die Entwicklung der Elektromobilität geht. So hat der US-Hersteller Tesla mit dem neuen Modell Tesla 3 den Sprung in den Massenmarkt gewagt. Der Ausgang ist noch ungewiss, denn die Produktion läuft alles andere als planmäßig. Zusätzlich aber haben die Traditionshersteller ihre Bemühungen im Bereich der Elektromobilität massiv verstärkt. Mit Grund: „Sinkende Batteriepreise ermöglichen in den nächsten zehn Jahren ein Gleichgewicht der Gesamtkosten für Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotoren und führen zu einem signifikanten Nachfrageschub für elektrifizierte Antriebskonzepte“, erklärt Stefan Wieber, Manager Electrified Mobility von Ford Europa. „Im Rahmen der Energiewende werden eine dezentrale Energieproduktion sowie der Einsatz von lokalen Speichermedien diesen Trend weiter begünstigen.“

Große Investitionen

Die Flucht nach vorne tritt besonders der Volkswagen-Konzern an. VW (WKN 766400) will bis 2022 ca. 34 Milliarden Euro in Elektromobilität investieren. Im Jahr 2025 sollen 25 % aller neu verkauften Fahrzeuge bei VW elektrisch betrieben sein. Das dürfte rund drei Millionen Elektroautos entsprechen und damit würde der traditionsreiche und derzeit absatzstärkste Automobilkonzern der Welt auch zum führenden Hersteller von Elektroautos aufsteigen. Schwierig genug: Noch ist die Konkurrenz aus China und den USA bei der entscheidenden Batteriefertigung und Technologie meilenweit voraus, doch die Wolfsburger haben unter anderem große Vorteile in puncto Massenproduktion.

Gigantisches Potenzial in China

Währenddessen werden im größten Automobilmarkt China ab 2019 bereits feste Elektroquoten eingeführt. Das Marktpotenzial in der riesigen Volkswirtschaft bleibt gigantisch. Anfang des Jahrtausends hatten nur wenige Chinesen ein Auto, aktuell kommen 130 Autos auf 1.000 Personen. Die Marktdurchdringung wird weiterhin kräftig wachsen. In gesättigten Volkswirtschaften der westlichen Welt liegt die Quote bei mehr als 500 Autos pro 1.000 Personen. Die automobile Zukunft im Reich der Mitte ist klar: Das enorme Wachstum wird bei den Elektroautos geschehen. Die anfängliche Elektroautoquote ist nur der Anfang einer flächendeckenden Marktdurchdringung, die globale Auswirkungen nach sich ziehen wird.

Einzelwerte und Branchenlösungen

Schon heute können Investoren auf die vielen verschiedenen Geschäftsmodelle im Bereich der Elektromobilität setzen. So sind Hersteller von Elektrofahrzeugen an den Börsen gelistet. An erster Stelle Tesla (WKN A1CX3T) aus den USA. Doch die Aktie hat ein schwieriges zweites Halbjahr 2017 hinter sich. Gerade die Probleme um den Produktionsstart beim günstigen Modell 3 haben Tesla stark zu schaffen gemacht: „Die Aktie hat, dank der Erwartung eines hohen Umsatzwachstums, schon ein extrem hohes Bewertungsniveau erreicht“, erklärt Analyst Toni Sacconaghi vom US-Analysehaus Bernstein Research. „Für Tesla ist es daher jetzt entscheidend, ob das Model 3 erfolgreich wird oder nicht." Schwung durch die angekündigte Elektroquote in China bekamen die einheimischen Hersteller BYD (WKN A0M4W9) und Geely (WKN A0CACX). Breit in die Branche können Anleger mit einem Zertifikat auf den Solactive E-Power Automobilindex (WKN A0XW1N) setzen. Er enthält neben den E-Durchstartern auch klassische Automobil- und Industriewerte. Die größten Positionen in diesem Index haben Tesla mit 16,4 %, gefolgt von BMW (WKN 519000) mit knapp 14 % und dem japanischen Industriekonzern Panasonic (WKN 853666) mit rund 11 %.

Aktien und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Werten außerhalb des Euro-Raumes beeinflussen Währungsschwankungen die Performance. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung von comdirect dar. Stand: 17.01.2018; Quelle: comdirect.de