Discount-Zertifikate
Dauerbrenner

Discount-Zertifikate entwickeln sich oft besser als Direktinvestments.

Viele Finanzprodukte verschwinden nach kurzem Hype schnell wieder von den Kapitalmärkten. Das gilt nicht für Discount-Zertifikate: Vor mehr 20 Jahren erstmals emittiert, haben die Oldies des Derivatemarktes bis heute kaum an Attraktivität eingebüßt. So investieren Privatanleger nach Erhebungen des Deutschen Derivate Verbands derzeit knapp fünf Milliarden Euro in diesen Derivatetyp. Der Grund für den anhaltenden Erfolg: Mit Discounter kann man auch dann eine positive Rendite erzielen, wenn der zugrunde liegende Basiswert über einen längeren Zeitraum per Saldo nicht von der Stelle kommt oder sogar leicht an Wert verliert.

Chancen gedeckelt

Zu erklären ist das beschriebene Kursverhalten durch den Preisabschlag, mit dem Discount-Zertifikate im Vergleich zum jeweiligen Underlying angeboten werden. Bei stark fallenden Kursen entstehen zwar auch bei Discountern Verluste, diese fallen aber geringer als beim Basiswert aus. So schneiden Besitzer der Papiere lediglich bei hohen Wertzuwächsen der zugrunde liegenden Aktien oder Indizes schlechter ab als bei einem Direktinvestment. Denn als Preis für den Rabatt beim Kauf sind die Gewinnchancen bei Discountern durch den maximalen Auszahlungsbetrag (Cap) gedeckelt.

Trotz dieser Einschränkung können sich die historischen Renditeergebnisse sehen lassen. So kommt die Deutsche Bank in einer Langzeituntersuchung zu dem Ergebnis, dass über drei Viertel (77,4 %) aller jemals von ihr emittierten Discount-Zertifikate über die Produktlaufzeit hinweg eine positive Wertentwicklung erzielten. „58,6 % der mehr als 130.000 betrachteten Zertifikate konnten sich dabei sogar besser entwickeln als der ihnen zugrunde liegende Basiswert“, erklärt Nikolai Tietze vom Derivate-Team der Deutschen Bank. Fast ein Fünftel der Papiere bescherte ihren Besitzern eine positive Rendite, obwohl die jeweiligen Underlyings im selben Zeitraum nachgaben. „Geldanlagen in Discounter können im Vergleich zu einem Direktinvestment somit zu einer deutlichen Stabilisierung der Rendite führen“, sagt Tietze.

Maximale Renditen hängen stark vom Basiswert ab

Aufgrund der relativ niedrigen Volatilitäten an den Aktienmärkten sind die Bedingungen für Discount-Zertifikate derzeit zwar nicht optimal; gut sechs Prozent sind bei Papieren auf den Deutschen Aktienindex bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer Maximalauszahlung (Cap) bei einem Indexstand auf Höhe des aktuellen Indexniveaus aber dennoch drin (z. B. WKN CE8CEN). Deutlich höhere Maximalrenditen sind möglich, wenn die Basiswerte der Discounter nicht Indizes wie DAX oder Euro STOXX 50, sondern volatile Einzeltitel sind. So bringen es Discount-Zertifikate auf Aktien von ProSiebenSAT.1 Media (WKN PSM777), die Ende August deutlich korrigiert haben, mit Cap etwas unter dem aktuellen Aktienkurs bei zwölfmonatiger Restlaufzeit derzeit auf 10,9 % p.a. (WKN DD03P6). Bei entsprechenden Produkten auf Anteile der Deutschen Bank (WKN 514000) sind es bei analogen Ausstattungsmerkmalen bis zu 12,6 % p.a. (z. B. WKN CX6A59).

Aktien und Discount-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Der Rückzahlungsbetrag bzw. der Wert der gelieferten Aktien (bei Discount-Zertifikaten auf Aktien) kann unter dem Erwerbspreis des Zertifikats liegen, so dass Verluste entstehen. Kursverluste sind bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Discount-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 27.09.2017; Quelle: comdirect.de.