BMW

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Stark im E-Geschäft

BMW legt bei Umsatz und Gewinn erneut zu. Der Absatz der Elektroautos steigt rasant. Das US-Geschäft und Rolls-Royce dagegen bleiben zurück.

Der BMW-Konzern ist breit aufgestellt und konnte im bisherigen Jahresverlauf Umsatz und Gewinn erneut steigern. Bei der E-Mobilität ist der Konzern im Vergleich zur deutschen Konkurrenz weit fortgeschritten. Die Bewertung ist im historischen Vergleich niedrig, und die Dividende stieg zuletzt regelmäßig. Allerdings muss auch BMW mit Bremsspuren durch die Dieselproblematik rechnen. In den USA blieben die Absatzzahlen zuletzt deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück. Tochter Rolls-Royce leidet unter der unsicheren Situation in den wichtigsten Absatzmärkten und dem Modellwechsel beim Flaggschiff „Phantom“. Die Analysten schätzen die Aussichten der BMW-Aktie nur mäßig optimistisch ein.

BMW (WKN 519000)

Breit aufgestellt: BMW siedelt sich seit Langem im Premiumsegment an. Für eine solche Topmarke ist der Münchner Konzern breit aufgestellt. Die Konzerntochter Mini gilt als Top-Marke im Bereich der Kleinwagen. Und neben den bereits nicht billigen Motorrädern und Autos der Stammmarke BMW strahlt die Tochter Rolls-Royce Glanz bei den ultrareichen Kunden aus.

Umsatz und Ergebnisplus: Die Konzernumsatzerlöse der ersten neun Monate 2017 übertrafen mit 72,7 Milliarden Euro das Vorjahr um 5,0 %. Hier spiegeln sich das höhere Absatzvolumen im Automobil- und Motorradgeschäft und auch stärkere Finanzdienstleistungen wider. Das Ergebnis vor Steuern legte überproportional um 9,6 % auf knapp 8,5 Milliarden Euro zu.

Vorsprung bei der E-Technik: Der Absatz von Elektroautos stieg bei BMW in den ersten neun Monaten 2017 um rund zwei Drittel auf fast 69.000. Der Konzern könnte im Gesamtjahr erstmals mehr als 100.000 elektrifizierte Autos verkaufen. Gemessen an der deutschen Konkurrenz ist die BMW-Position in der E-Mobilität stark. Gerade im Exportmarkt China verspricht das für die Zukunft viel Potenzial.

Hohe Dividenden: BMW hat zuletzt zum dritten Mal in Folge die Dividende um 30 Cent pro Aktie auf 3,50 Euro pro Stammaktie gesteigert. Die Dividendenrendite liegt damit bei rund 4,3 % und gehört zu den höchsten im DAX. Auf Basis der bisherigen Schätzungen für 2018 ist BMW mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund acht bewertet. Das liegt unter dem langfristigen Durchschnitt.

BMW (WKN 519000)

Dieselbremse: Jetzt ist auch BMW als letzter deutscher Autokonzern in den Fokus des Dieselskandals geraten. Unabhängig von der Schwere der Vorwürfe muss der Münchner Konzern mittel- und langfristig umsteuern. Sinkende Diesel-Absatzzahlen und weiter steigende Investitionen in die E-Mobilität dürften sich in den kommenden Jahren negativ auf die Margen auswirken.

Absatzrückgang in den USA: In den Vereinigten Staaten muss BMW aktuell hart kämpfen. Im dritten Quartal 2017 von Juli bis September lieferte die BMW Group dort insgesamt rund 109.000 BMW, Mini und Rolls-Royce an Kunden aus, rund 6.000 weniger als im Vorjahresquartal. Auch über die ersten neun Monate lagen die Verkaufszahlen mit knapp 326.600 um 3,4 % unter dem Vorjahreszeitraum.

Rolls-Royce schwächelt: Die Nobelmarke des Konzerns hatte 2017 mehrere temporäre Bremsklötze. Die politische Unsicherheit im Mittleren Osten und das schwierige US-Geschäft sowie der Modellwechsel beim Phantom bremsten den Absatz. In den ersten neun Monaten des Jahres konnten so nur 2.343 Rolls-Royce ausgeliefert werden – gut 10 % weniger als im gleichen Zeitraum 2016.

Experten mit durchwachsenen Erwartungen: Die jüngsten Ergebniszahlen und Unternehmensausblicke von BMW haben die Analysten nicht voll überzeugt. Mit 12 von 23 Analysten empfiehlt zurzeit nur eine knappe Mehrheit die Aktie als „Kauf“. Sechs plädieren für „Halten“, und fünf setzen sie auf „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt bei eher mageren 30 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 17.01.2018, Quelle: comdirect.de