Hans-Dieter Schulz, Mitherausgeber der 'Hoppenstedt-Charts' und L. Mathes analysieren für compass die Weltbörsen

DAX-Analyse von H.-D. Schulz
Som­mer-Ago­nie

Hans-Dieter Schulz

Der Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts und L. Mathes analysieren für compass die Weltbörsen

Der unter Börsenanlegern berüchtigte Mai ist dieses Jahr vorübergegangen, ohne dass die Indizes Schaden nahmen. Die Börsen in den USA und Europa stagnierten, aber behaupteten ihr hohes Niveau. Anleger, die auf eine Nachkaufgelegenheit spekuliert haben, warteten vergebens. Oder kommt sie noch?

Die wichtigste Nachricht zuerst: Trotz der zuletzt etwas trägen Kursentwicklung deutet sich im DAX-Chart keine obere Trendwende an. Der Aufwärtstrend im DAX seit Juni 2016 bleibt ungebrochen. Die Trendlinie verläuft bei rund 12.000 Punkten und bildet mit der mittleren, grau unterlegten breiten Unterstützungszone im Chart eine Kreuzunterstützung. Selbst wenn der DAX in den nächsten Wochen also noch etwas weiter bröckeln sollte, werden Investoren nicht in Verkaufspanik geraten. Erst wenn der Deutsche Aktienindex tiefer fallen sollte, würden diejenigen, die bereits investiert sind, die Lage neu bewerten. Dann wären auch weiter fallende Kurse möglich – doch dieses Szenario zeichnet sich gegenwärtig nicht ab.

Niemand trennt sich von seinen Aktien

Die konjunkturellen Frühindikatoren bleiben verhalten, die politischen Aussichten sind weder in den USA noch in Europa verheißungsvoll, und bei den Unternehmensgewinnen scheint auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Alles bekannt, doch ein entscheidendes Argument für Aktien bleibt: Wohin sonst mit dem Ersparten? Edelmetalle bringen keine Dividende, und Immobilien sind gemessen an der Mietrendite teils noch teurer als Aktien. Staatsanleihen kauft den Anlegern die EZB sogar dann noch weg, wenn die Rendite bereits negativ ist. Unternehmensanleihen und geschlossene Fonds eignen sich nur zur Beimischung. Läuft es gut, bekommt man sein Geld zurück. Sobald bei diesen Anlegeformen aber auch nur eine Kleinigkeit schiefgeht, gerät sofort das eingesetzte Vermögen in Gefahr. Wer in den vergangenen zehn Jahren beispielsweise auf Schiffsfonds gesetzt hat, ist für die Branche als Kunde verloren. Wer hingegen Verluste am Aktienmarkt eingefahren hat, der hat auch andere Aktien im Depot, die sich gut entwickelten.

Keine Frage: Das nächste Gewitter am Aktienmarkt wird sicher kommen. Aber im Moment lassen sich noch keine dunklen Wolken ausmachen. Anleger können an schwachen Tagen zukaufen, sollten sich dabei aber bewusst machen, dass der Sommer als eher schwache Börsensaison gilt. Bleibt noch Liquidität übrig, ist das also keine Schande.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe Typisierende Modellrechnung im Impressum). Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Referenzzeitraum: 29.05.2012 bis 29.05.2017; Stand: 29.05.2017; Quelle: comdirect.de