Serie: Indizes
Dow Jones & Co.

Indizes

Dow Jones & Co.

In den USA wurden Börsenindizes erfunden. Noch heute schauen amerikanische und internationale Anleger auf den Dow Jones 30 und den NASDAQ-100. Den besten Überblick über die Entwicklung der US-Wirtschaft und der Börse bietet der S & P 500

In den USA wurden Börsenindizes erfunden. Noch heute schauen amerikanische und internationale Anleger auf den Dow Jones 30 und den NASDAQ-100. Den besten Überblick über die Entwicklung der US-Wirtschaft und der Börse bietet der S & P 500.

Charles Henry Dow und Edward Jones waren umtriebige Geschäftsmänner. 1889 gründeten der Journalist Dow und der Statistiker Jones mit ihrer Dow Jones Company das „Wall Street Journal“. Aus dieser Zeitung informieren sich Analysten und Experten noch heute. Schon fünf Jahre zuvor hatten sie mit dem Dow Jones Average den ersten Aktienindex der Welt entwickelt. Unter den elf enthaltenen Werten waren damals neun Eisenbahngesellschaften. Und als die verarbeitende Industrie in den USA vor der Jahrtausendwende immer wichtiger wurde, legten Dow und Jones 1896 den Dow Jones Industrial Average auf.

Dow Jones seit 120 Jahren im internationalen Fokus

Zwölf Werte waren vor mehr als 120 Jahren in der Ursprungsversion enthalten, dreißig sind es heute, denn der Dow Jones Industrial Average lebt als Dow Jones 30 fort und ist der bekannteste Index der Welt. Allerdings ist er nicht der präziseste. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen werden Indizes mit so langer Vergangenheit wie der Dow Jones meist nach simplen Methoden berechnet. Vor mehr als 100 Jahren addierten Dow und Jones alle Aktienkurse und teilten durch zwölf. Diese Methode gilt im Prinzip bis heute, verfeinert um den sogenannten Dow Deflator.

Zum Zweiten haben dadurch nicht die für die Wirtschaft und Anleger wichtigsten Aktien mit der höchsten Markt­kapitalisierung das größte Indexgewicht, sondern die nominal teuersten. Und das ist aktuell neben der Bank Goldman Sachs die in Deutschland kaum bekannte 3M Company. Und schließlich gibt der Dow Jones nicht die Entwicklung der 30 wirklich wichtigsten US-Aktien wieder, denn über die Mitgliedschaft im Index entscheidet nicht die Marktkapitalisierung, sondern bis heute Herausgeber und Redaktion des „Wall Street Journal“. Die sind traditionsbewusst. So sind neben dem immer noch starken einzigen Gründungsmitglied General Electric auch noch Traditionsunternehmen wie DuPont im Index enthalten. Apple dagegen bekam als damals schon teuerstes Unternehmen der Welt erst 2015 Zugang zum illustren Kreis. Facebook und Alphabet fehlen bis heute.

Anlageprofis schauen vor allem auf den S & P 500

Im NASDAQ-100 spielen die Digitalschwergewichte Facebook und Alphabet dagegen eine gewichtige Rolle. Dieser Kursindex enthält die rund 100 stärksten Aktien der 1971 gegründeten amerikanischen Technologiebörse NASDAQ. Entscheidend für den Zugang zum NASDAQ-100 ist – anders als beim Dow Jones – neben der Notierung an der Technologiebörse allein die Marktkapitalisierung. Nach diesem Börsenwert erfolgt auch die Gewichtung im Index. Hightech-, Digital- und Biotech-Unternehmen sind im NASDAQ-100 besonders stark vertreten. Apple, Alphabet und Amazon gehören neben dem Urgestein Microsoft zu den Aktien, die die Entwicklung des Indexes am stärksten beeinflussen.

Im Dow Jones fehlen viele Größen der digitalen Wirtschaft, im NASDAQ-100 wichtige US-Traditionsfirmen wie General Electric, McDonald’s oder Wal-Mart. Aus diesem Grund schauen professionelle Anleger als Erstes auf den S & P 500. Die Werte werden von der Rating-Agentur Standard & Poor’s ausgewählt. Der Index enthält 500 der größten amerikanischen Unternehmen und repräsentiert damit rund drei Viertel der gesamten Marktkapitalisierung der US-Wirtschaft. Der Index ist wie die anderen beiden großen US-Indizes ein reiner Kursindex, in den Dividendenzahlungen also nicht eingehen.

Neben den drei großen Indizes, die im Fokus der Anleger weltweit stehen, gibt es in den USA noch zahlreiche weitere Indizes. Viel beachtet ist die Dow-Familie mit dem altehrwürdigen Dow Jones Transportation Average und diversen Dow-Jones-Internetindizes. Nicht auf die Größten, sondern auf die Kleinsten setzt der Russell 2000. Er gibt als Small-Cap-Index die nach Marktkapitalisierung 2.000 kleinsten Einzelwerte wieder.