DAX
Was folgt nach dem Allzeithoch?

Der DAX hat am 24. April ein neues Allzeithoch erreicht und im Juni noch mehrfach verbessert. Geht die Rally weiter?

Nullzinsen und der daraus resultierende Anlagenotstand begünstigen Aktien. Die üppigen Dividenden locken auch vorsichtige Anleger. Zudem hellt sich die Konjunktur in Deutschland ebenso wie in den meisten Weltregionen auf, und der Europa-Gedanke scheint durch den Wahlerfolg Macrons gestärkt. Belastend können sich dagegen die weiterhin latenten politischen Risiken in Europa und die inzwischen recht hohe Bewertung von deutschen Aktien auswirken. Zudem dauert der Börsenaufschwung schon ungewöhnlich lang, und die Zinsen werden auf mittlere oder lange Sicht wieder steigen.

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Nullzinsen verschärfen Anlagenotstand: Die Leitzinsen in der Euro-Zone stehen bei 0,0 %, seit 2015 kauft die EZB Staatsanleihen auf. Das hat die Zinsen für kurze und mittlere Laufzeiten unter die Nulllinie gedrückt. Bei Inflationsraten von 1,5 % wie im Mai sind Verluste programmiert. Zu Realwerten wie Aktien gibt es aktuell kaum eine Alternative.

Üppige Dividenden: Im DAX gibt es Rekordausschüttungen. Knapp 32 Milliarden Euro werden die 30 Bluechips in diesem Jahr an ihre Aktionäre zahlen – fast 10 % mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt über 2,5 % und damit weit über der Rendite der Corporate Bonds der DAX-Mitglieder.

Konjunkturaufhellung: Die Konjunkturaussichten in Deutschland und Europa haben sich verbessert. Deutschland soll nach den jüngsten IWF-Schätzungen um 1,6 % wachsen, ähnlich stark wie die Europäische Union. Nach aktuellen Prognosen von Bloomberg werden 2017 rund zwei Drittel der 95 größten Volkswirtschaften stärker wachsen als 2016.

Positiver Blick auf Europa: Der Wahlerfolg von Emmanuel Macron stärkt Europa und bremst die Welle des Populismus. Auch in Deutschland gehen die Umfragewerte für Rechtspopulisten zurück. Eine Revitalisierung des europäischen Gedankens dürfte auch der Wirtschaft zugutekommen.

Politische Risiken: Die Märkte haben den Ausgang der Wahlen in Frankreich sehr positiv aufgenommen. Aber die politischen Risiken in anderen europäischen Ländern sind weiterhin erheblich. Für den Brexit sind die Scheidungspapiere eingereicht, das Ergebnis der britischen Neuwahlen hinterlässt erst einmal viel Unklarheit.

Bewertung: Die deutschen Aktien sind nicht mehr billig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2017 liegt inzwischen bei rund 14. Dabei ist für dieses Jahr schon eine etwa 10-prozentige Steigerung der Unternehmensgewinne veranschlagt. Diese Prognosen müssen die Unternehmen erst einmal erfüllen.

Trendwende rückt näher: Nach dem Bruch des Allzeithochs im DAX gibt es aus charttechnischer Sicht zwar keine limitierenden Faktoren mehr. Aber auch starke Bullenmärkte währen nicht ewig. Der DAX ist seit 2009 und auch in den vergangenen fünf Jahren (siehe Chart) ohne größere Rückschläge gestiegen. Nach einem so langen Aufwärtstrend ist eine Korrektur nicht unwahrscheinlich.

Zinswende: Noch profitieren die deutschen Unternehmen vom Leitzins null und den Anleihekäufen der EZB. Aber in den USA ist die Zinswende bereits erfolgt, und auch die EZB wird bei anhaltend positiver Konjunkturentwicklung kaum umhinkommen, die ultralockeren Zügel etwas zu straffen. Steigende Zinsen aber sind historisch Gift für Aktien.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Aktien außerhalb des Euro-Raums gibt es zusätzlich Währungsrisiken Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe typisierende Modellrechnung im Impressum). Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar; Stand: 21.06.2017; Quelle: comdirect.de