Rekord-Ausschüttungen erwartet

Dividendenwerte
Rekord-Ausschüt­tungen erwartet

In der anlaufenden Dividendensaison profitieren Anleger von üppigen Auszahlungen bei Einzelwerten und Dividendenfonds.

„Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen“: So spottete der deutsche Bankier Carl Fürstenberg vor über 100 Jahren. Als Frechheit wird das Verlangen nach dividendenstarken Aktien heutzutage nicht mehr bezeichnet. Im Gegenteil: „Dividenden sind die neuen Zinsen“, werben Anbieter von Dividendenfonds und Dividenden-ETF. Und selbst wenn das natürlich nicht ganz so stimmt und auch Dividendenaktien durchaus zwischenzeitlich deutlich an Wert verlieren können, zahlt sich ein Fokus auf Dividende aus: „Im Durchschnitt machen Dividendenzahlungen etwa 40 % des Ertrages bei Aktienanlagen aus“, erklärt Thomas Schüssler, Manager des DWS Top Dividende.

Rekorddividenden im Frühjahr

Dividendenjäger kommen in diesem Jahr besonders auf ihre Kosten. In der ersten Jahreshälfte, vor allem in den Monaten April und Mai, schütten die 30 DAX-Unternehmen voraussichtlich die Rekordsumme von fast 32 Milliarden Euro aus. Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank, erwartet, dass 23 der 30 DAX-Mitglieder ihre Dividende steigern werden. Die höchsten Ausschüttungen um 5 % können Anleger in diesem Jahr von Allianz (WKN 840400), Münchener Rück (WKN 843002) und ProSiebenSat 1 Media (WKN PSM777) erwarten. „Trotz des Rekords wird die durchschnittliche Dividendenrendite wegen der gestiegenen Kurse knapp unter dem Vorjahr liegen“, sagt Hürkamp. „Aber gleichzeitig liegt sie bei allen DAX-Werten außer Fresenius über den Zinsen für Corporate Bonds des jeweiligen Unternehmens.“

Allein auf hohe Dividendenrenditen sollten sich Anleger allerdings nicht verlassen. Denn die können auch durch Kursverluste entstehen. „Gute Dividendenwerte zeichnen sich auch durch eine attraktive Bewertung, ein solides Geschäftsmodell und hohe Kontinuität der Ausschüttungen aus“, erklärt Thomas Schüssler. Solche Argumente können die ehemaligen Dividendenchampions im DAX, die Banken und Versorger, längst nicht mehr bieten. Das zeigt sich immer mehr. Über Jahre konnten Deutsche Bank (WKN 514000), E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712) ihre Aktionäre noch mit üppigen Dividenden über die Kursverluste etwas hinwegtrösten. Inzwischen gelingt nicht einmal mehr das. E.ON und Deutsche Bank zahlen noch eine Minidividende, RWE lässt die Ausschüttung für die Stammaktionäre ganz ausfallen.

Dividendenfonds für alle Regionen

In Europa ist das anders. Dort haben Versorger und Banken bessere Bedingungen und bessere Konzepte gegen die Krise gefunden. Sie sind deshalb auch in etablierten europäischen Dividendenfonds wie dem First Private Euro Dividenden Staufer (WKN 977961) oder dem Danske Invest Europe High Dividend (WKN A0YFDU) vertreten. Auch für den asiatischen Markt gibt es inzwischen einige Dividendenfonds mit längerer Historie, darunter den Fidelity Funds Asia Pacific Dividend A (WKN A0JDW5). Größere Freiheiten in der Anlage haben die global investierenden Dividendenfonds. Sie sind seit langer Zeit erfolgreich am Markt und haben insbesondere in schwierigen Perioden mit ihren Investitionsfreiheiten passiv investierende Dividenden-ETF hinter sich gelassen. Zu den Fondsklassikern mit mindestens vier von fünf Sternen in der Morningstar-Wertung gehören der UBS Lux Global High Dividend (WKN A1H8NY), der Fidelity Funds Global Dividend Fund A (WKN A1JSY1) und der DWS Top Dividende LD (WKN 984811). Der 2003 aufgelegte DWS-Fonds ist mit fast 20 Milliarden Euro Volumen inzwischen der größte deutsche Aktienfonds.

Aktien und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Wertpapieren, die in ausländischer Währung notieren, bestehen zudem Währungsrisiken. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Allein verbindliche Grundlage des Kaufes eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher und/oder englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Stand: 29.03.2017; Quelle: comdirect.de