Logistik
Boom durch Online-Handel

Die Big Player profitieren von einem geänderten Konsumverhalten und von neuen Dienstleistungen.

Der Online-Handel boomt. Unternehmen wie Amazon (WKN 906866) und Zalando (WKN ZAL111) nehmen den klassischen Einzelhändlern zunehmend Marktanteile ab. Außer den Versandhändlern gibt es noch einen anderen Gewinner – die Logistikunternehmen, die die vielen Waren von den Online-Händlern schnell und zuverlässig zu den Kunden transportieren.

Nach Angaben der Bundesvereinigung Logistik erzielte die deutsche Logistikwirtschaft 2016 einen Umsatz von rund 258 Milliarden Euro. Damit belegt die stark wachsende Branche nach Automobilindustrie und Handel Platz drei der größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Erst danach folgen der Elektroniksektor und der Maschinenbau. Die große Bedeutung schlägt sich auch in der Zahl der Angestellten nieder: Mit mehr als drei Millionen Beschäftigten übertrifft die deutsche Logistikbranche den Maschinenbau um das Dreifache. Tendenz steigend, denn: „Neue Technologien wie das Internet der Dinge und Industrie 4.0, aber auch Cloud Computing oder der 3-D-Drucker sind Katalysatoren für neue Dienstleistungen und somit auch für neue Geschäftsmodelle“, sagt Dietmar Prümm, Leiter Transport und Logistik bei der Beratungsgesellschaft PwC.

Unternehmen profitieren

Die Big Player in der Logistikbranche profitieren. Mit der Deutschen Post DHL (WKN 555200) kommt einer der internationalen Logistikriesen aus Deutschland. Zuletzt hatte das Unternehmen aus Bonn knapp 500.000 Mitarbeiter weltweit. Dabei steht das deutsche Geschäft noch für rund 30 % des Umsatzes, das internationale Geschäft macht schon knapp 70 % aus. Im Vergleich zu anderen Logistikern ist das Geschäftsmodell weit gefächert, denn Briefpost, Express, Fracht und Logistik weisen jeweils Anteile zwischen 24 % und 29 % auf.

Die starke Geschäftsentwicklung 2016 wurde dabei von allen Geschäftsbereichen getragen. Deutsche Post DHL hat das Jahr mit einem Rekordergebnis abgeschlossen, wobei das operative Ergebnis um 45 % auf 3,5 Milliarden Euro anstieg. Die starke operative Entwicklung zeigt sich auch beim Blick auf die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre: Der Umsatz legte nur um durchschnittlich 1,6 % zu, während der Gewinn um knapp 18 % nach oben ging. Höhere Steuern haben bei der Deutschen Post  zwar einen Gewinnanstieg zum Jahresstart verhindert. Unter dem Strich blieb im ersten Quartal ein Gewinn von 633 Millionen Euro, knapp ein Prozent weniger als 2016. Dennoch ist Christian Obst, Analyst der Baader Bank, überzeugt: „Die Deutsche Post hat nicht nur eine führende Marktposition erobert, sondern auch die meisten konzerninternen Probleme gelöst.“

USA-Geschäft boomt

In den USA gehört UPS (WKN 929198) zu den Marktführern. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz des US-Konzerns um 6,2 Prozent auf 15,315 Milliarden US-Dollar. Im Heimatmarkt USA wurden pro Tag im Durchschnitt fast 20 Millionen Sendungen verarbeitet. Aber auch in Europa ist UPS stark vertreten und möchte den Marktanteil weiter ausbauen. Das US-Unternehmen investiert kräftig, um die Lieferzeiten zu verkürzen.

Auch der Konkurrent FedEx (WKN 912029) setzt nach der Akquisition von TNT Express auf Wachstum. So soll das Drehkreuz Paris deutlich ausgebaut und damit die Geschäftsbasis in Europa gestärkt werden. Im abgelaufenen Jahr hat dazu das US-Unternehmen insgesamt rund 80 % des Cashflows von knapp 6,5 Milliarden Dollar investiert.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raums bestehen zudem Währungsrisiken. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 21.06.2017, Quelle: comdirect.de