Ausblick
Cash oder Crash?

Politische Risiken zerren an Anlegers Nerven. Geht die Rally weiter? Oder droht eine Korrektur?

Politisch ruhige Zeiten sehen anders aus. Terroranschläge in Manchester, Bagdad und Kabul, in Europa stehen Brexit-Verhandlungen an, dazu Fragezeichen bezüglich des Kurses des US-Präsidenten Donald Trump. . Doch an den Börsen ist von Unsicherheit nicht viel zu spüren. DAX, Dow Jones und Co. notieren nahe ihrer Allzeithochs.

846900 - DAX im 5-Jahres-Chart

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969420 - Dow Jones im 5-Jahres-Chart

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Werden die Risiken unterschätzt und befinden sich die Aktienmärkte womöglich schon in einer Blase, die zu platzen droht? „Nein“, sagt Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management (Deutschland). Zwar lägen die Bewertungen zum Beispiel in den USA mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 18 weit über dem historischen Durchschnitt. „Aber ein Aktienmarkt steuert nicht allein aufgrund seiner Bewertung in eine Blase hinein“, ist Heger überzeugt. Mindestens vier Kriterien seien für eine Überhitzung ausschlaggebend. Neben der Bewertung zähle dazu die Euphorie unter unerfahrenen Anlegern, eine hohe Anzahl von Neuemissionen und Kapitalerhöhungen sowie ein Auseinanderlaufen von Kursentwicklung und fundamentalen Daten. Drei der vier Bedingungen seien nicht erfüllt. Fundamental zeigt sich die US-Wirtschaft robust. „Die Einkaufsmanagerindizes im Industrie- und Dienstleistungssektor befinden sich seit Monaten im steigenden Trend deutlich über der kritischen Marke von 50, und der Gewinntrend der Unternehmen zeigt weiter nach oben“, so Heger.

Zurück zur Normalität?

Investoren aber blicken wieder stärker auf die fundamentalen Daten. „Die Zeichen stehen in den USA, Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt weiter auf Wachstum“, sagt Alexander Lukas, Chartered Financial Analyst bei der Weberbank. Dennoch macht sich Unsicherheit breit. Die Trump-Euphorie beginnt zu verfliegen, es kommen zunehmend Zweifel an der Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten auf. Mehr Potenzial als in den USA sieht Lukas in Europa. Auch Lars Tranberg Rasmussen, Senioranalyst bei Danske Invest, zieht europäische Aktien im aktuellen Umfeld vor. Sinkende Arbeitslosigkeit, steigende Unternehmensgewinne sowie niedrig bewertete Aktien, dazu Rückenwind durch die Europäische Notenbank (EZB): „Insgesamt gehen wir davon aus, dass europäische Aktien einem starken Quartal entgegensehen können, während der globale Aktienmarkt unseres Erachtens nur moderate Renditen erzielen wird – nicht zuletzt im Takt mit dem nachlassenden Trump-Effekt“, sagt Rasmussen.

Auch die Deutsche Asset Management (ehemals DWS) hat europäische Aktien nach der Wahl Macrons übergewichtet. Bisher hätten die politischen Unwägbarkeiten vor allem ausländische Investoren davon abgehalten, in Europa zu investieren, so Britta Weidenbach, Head of European Equities. Die Stärken Europas seien nun aber nicht mehr zu übersehen: „Neben dem stabilen makroökonomischen Umfeld überzeugt vor allem die Gewinndynamik europäischer Firmen“, so Weidenbach. „Wir rechnen mit einem zweistelligen Ergebnisplus im Jahresvergleich.“

Professionelles Risikomanagement per ETF

Ob in der EU oder global: Unsicherheiten bleiben. Das aktuelle Umfeld stellt Anleger vor Herausforderungen. Gewinne mitnehmen, Positionen absichern oder gar einsteigen? Bert Flossbach, Vorstand der Flossbach von Storch AG und Manager des flexiblen Mischfonds FvS Multiple Opportunities (WKN A0M430), hält Aktien weiterhin für unverzichtbar. „Aktien sind, auch nachdem ihre Bewertung in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen ist, im Vergleich zu anderen Anlageformen immer noch attraktiv bewertet.“ Dennoch hat er Gewinne mitgenommen und die Liquidität auf 25 % erhöht.

Langfristig orientierte Anleger können kurzfristig auch eine Versicherung einziehen und ihre Positionen damit absichern. Capped Reverse Bonus-Zertifikate sind dabei zur Stabilisierung geeignet. Professionelle Absicherung gibt es auch per ETF. Ein sparplanfähiger ETF der Commerzbank (WKN ETF750) bildet die Wertentwicklung von 100 dividendenstarken Qualitätsunternehmen aus Euro STOXX 600 und S&P 500 ab, deren Auswahl und Gewichtung einmal im Quartal angepasst wird. Thomas Timmermann, Bereichsleiter Asset Management Commerzbank AG, sichert das Fondsportfolio nach technischen Signalen flexibel ab. Zweimal im Jahr werden Gewinne ausgeschüttet. Die Management-Fee beträgt 0,69 %.

Einsteiger können per Sparplan die Timing-Risiken reduzieren. Wer Monat für Monat investiert, profitiert im Falle einer Korrektur von günstigen Einstiegskursen. comdirect bietet Sparpläne für 350 Fonds, 200 ETFs sowie mehr als 100 Aktien aus den wichtigsten deutschen Indizes an.

Fonds, ETFs und Zertifikake unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste möglich. Bei Papieren, die in ausländischer Währung gehandelt werden, besteht zudem ein Währungsrisiko. Bei Capped Reverse Bonus-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Wird die Sicherheitsbarriere bei Capped Reverse Bonus-Zertifikaten während der Laufzeit zu keinem Zeitpunkt verletzt, bekommen Anleger bei Fälligkeit den Bonusbetrag ausgezahlt. Andernfalls geht die Chance auf Bonuszahlung verloren, und der Rückzahlungswert orientiert sich an der Wertenwicklung des Basiswertes mit umgekehrten Vorzeichen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds oder eines ETFs sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher/englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 21.06.2017; Quelle: comdirect.de