Elektroautos

Elektroautos
Der Boom kommt erst noch

2025 sollen nach aktuellen Studien 30 % der Neuwagen elektrisch fahren – das dürfte die Autobranche deutlich verändern.

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Davon sind zunehmend mehr Experten überzeugt. So gehen die Auto-Analysten der HSBC davon aus, dass im Jahr 2025 rund 30 % der Neuwagen Hybrid- oder reine Elektrofahrzeuge sein werden. Heute liegt der Anteil noch deutlich unter 1 %. Voraussetzung für den Siegeszug der E-Mobilität wird die entsprechende Infrastruktur für das Laden der Elektroautos sein. Noch fehlt es an Ladestationen – aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. Denn der Ausbau ist in vollem Gang. So wurden der Bundesnetzagentur seit Mitte März 2016 bundesweit 1.900 neue öffentliche Ladepunkte gemeldet. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg sowie Gründer und Direktor des CAR - Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, prognostiziert: „Vor 2025 werden wir Schnellladesäulen haben, die Fahrzeuge mit einer Reichweite von 500 Kilometern in zehn oder 20 Minuten aufladen.“ Viele Automobilkonzerne, die den Megatrend Elektromobilität bis vor Kurzem nicht erkannt bzw. verdrängt haben, orientieren sich um.

Konzerne denken um

Insbesondere die großen deutschen Automobilkonzerne holen auf und investieren Milliarden. Daimler (WKN 710000) hat erst vor wenigen Monaten angekündigt, die Elektro-Offensive bis 2025 voranzutreiben. Als Ergebnis sollen dann zehn Elektrofahrzeuge von Daimler verfügbar sein. Volkswagen (WKN 766400) ist noch ambitionierter und plant bis zum Jahre 2020 die Einführung von bis zu 30 elektrisch betriebenen Modellen. In zehn Jahren strebt der VW-Konzern den Bau von einer Million Elektrofahrzeuge pro Jahr an – aktuell sind es nur 67.000. BMW schließlich (WKN 519000) ist schon seit Längerem mit dem Kleinwagen i3 und dem Sportwagen i8 am Start.

Deutsche Hersteller wollen künftig auch in China verstärkt bei der E-Mobilität mitmischen. Volkswagen hat angekündigt, bereits Anfang kommenden Jahres das erste reine Elektroauto in China zu verkaufen, bis 2020 sollen 400.000 Hybrid und Elektroautos des Wolfsburger Konzerns in der Volksrepublik abgesetzt werden. China ist der weltgrößte Automarkt (Neuwagenabsatz zuletzt knapp 24 Millionen Fahrzeuge). Die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge stieg 2016 um 53 % auf 336.000 an. Platzhirsch ist BYD (WKN A0M4W9), ein in Deutschland weithin unbekanntes Unternehmen. Der 1995 gegründete Konzern erreichte in den vergangenen fünf Jahren Wachstumsraten von mehr als 100 % und verkaufte im vergangenen Jahr 100.183 Fahrzeuge.

Tesla ist Technologieführer

Nach Angaben des Branchendienstes EV Sales ist BYD damit weltweiter Absatzspitzenreiter. Das weitaus bekanntere Unternehmen ist allerdings Tesla (WKN A1CX3T) von Selfmade-Milliardär Elon Musk. Tesla setzte 2016 rund 76.000 E-Autos ab und gilt als Pionier und Technologieführer für E-Autos. Hohe Reichweite und außergewöhnliche Fahrleistungen begründen den Erfolg der Fahrzeuge aus den USA. An der Börse ist Tesla mit knapp 46 Milliarden Euro inzwischen fast so hoch bewertet wie BMW. BYD bringt es dagegen erst auf einen Börsenwert von fünf Milliarden Euro.

Noch ist nicht entschieden, wer letztlich das Rennen bei der Elektromobilität gewinnen wird. Derzeit hat Tesla mit den hochwertigen Akkus und den Schnellladestationen die Nase im Luxussegment vorn. Doch das muss nicht so bleiben, wenn die Programme von Daimler und Volkswagen am Markt ein Erfolg werden. Wer als Anleger auf einen Durchbruch bei der Elektromobilität hofft, kann auf eine breite Lösung setzen. Hier bietet sich das Zertifikat auf den Solactive E-Power Automobilindex (WKN HV5JGU) an. Die größten Positionen in diesem Index haben Tesla mit 16,4 %, gefolgt von BMW mit knapp 14 % und dem japanischen Industriekonzern Panasonic mit rund 11 %, der vor allem Akkus für Elektroautos baut. Der chinesische Hersteller BYD ist ebenso im Index enthalten wie der US-Automobilzulieferer Delphi Automotive.

Aktien und Basketzertifikate unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raums bestehen Währungsrisiken. Basketzertifikate bergen als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 26.04.2017; Quelle: comdirect.de