Immobilienaktien
Bieterkampf treibt Aktienkurse

Die deutschen Immobilienkonzerne und ihre Aktien profitieren von der guten Konjunktur und dem Niedrigzins.

Vor knapp zehn Jahren brach die US-Immobilienkrise aus. Das nachfolgende Chaos an den Kapitalmärkten brachte nicht nur die Häuserpreise, sondern das gesamte Finanzsystem an den Rand des Abgrunds. Heute haben sich die Immobilienmärkte in vielen Regionen der Welt wieder erholt. In den USA sind in einigen Regionen und Städten die alten Preisniveaus bereits wieder übertroffen worden. In Deutschland sowieso, denn hier hatte es zuvor kaum Preisübertreibungen gegeben: „Vor allem in Großstädten und Ballungsräumen hat die Nachfrage erheblich angezogen“, sagt Thomas Olek, Vorstandschef der börsennotierten publity AG, die Immobilien im Wert von 3,2 Milliarden Euro verwaltet. So sehen es auch die Experten der Deutschen Hypo in einer aktuellen Studie zum deutschen Wohnimmobilienmarkt. Der Preisanstieg sei im Wesentlichen durch fundamentale Einflussgrößen (u. a. niedrige Zinsen) erklärbar. Eine Immobilienblase sehen sie ebenso wenig wie die Deutsche Bundesbank. Allerdings mahnte deren Vorstandsmitglied Andreas Dombret im April 2017 auch zur Vorsicht und sah „die Ampel auf Gelb“.

Zu den Profiteuren der steigenden Immobilienpreise gehörten und gehören deutsche Immobilienaktien. So schaffte mit Vonovia (WKN A1ML7J) Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern den Einzug in den DAX. Das Unternehmen hieß früher Deutsche Annington und besitzt und/oder verwaltet mehr als 333.000 Wohneinheiten. Vonovia kauft dabei kontinuierlich zu. Jüngstes Akquise-Ziel war die österreichische Conwert, die auch in Deutschland größere Wohneinheiten besitzt. Auch die beiden im MDAX enthaltenen Immo-Aktien Deutsche Wohnen (WKN A0HN5C) und LEG Immobilien (WKN LEG111) beschäftigen sich nahezu ausschließlich mit Wohnimmobilien. Alle drei Titel sind bei den Analysten beliebt.

Bieterkampf treibt die Aktienkurse

Die Begehrlichkeiten bei den deutschen Immobilienaktien belegt der jüngste Bieterkampf im SDAX. Ausgangspunkt: Die im SDAX notierte DIC Asset (WKN A1X3XX) beabsichtigte, den kleineren Gewerbeimmobilienspezialisten WCM (WKN A1X3X3) zu übernehmen. Überraschend stieg jedoch plötzlich die ebenfalls im SDAX enthaltene TLG Immobilien (WKN A12B8Z) ins Bietergefecht ein und macht nun mit hoher Wahrscheinlichkeit das Rennen um die begehrte WCM. Denn dem Käufer wurden von deren Großaktionären bereits mehr als 50 % der Aktien angedient.

Alle genannten Aktien sind Bestandteil des Solactive DIMAX Deutschland Performance-Index. Der Index bündelt aktuell 14 deutsche Immobilienaktien und legte zuletzt stärker zu als der DAX. Der DIMAX wird vierteljährlich angepasst: „Damit ist die Aktualität stets gewährleistet“, erklärt Anouch Wilhelms, Zertifikate-Experte bei der Commerzbank. „Speziell mit Blick auf die jüngsten Fusionen und Übernahmen in diesem Sektor ist dies für einen Index wichtig.“ Investierbar ist das Barometer über ein Index-Zertifikat ohne Laufzeitbegrenzung von der Commerzbank (WKN DR3WZU). Das Zertifikat bildet die Indexentwicklung im Verhältnis eins zu eins ab. Dividenden werden angerechnet, das Managemententgelt liegt bei 1,5 % pro Jahr.

Aktien und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen, und damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung von Commerzbank oder comdirect dar. Stand: 21.06.2017; Quelle: comdirect.de