Volatilität

Volatilität ist eine wichtige Risikokennzahl bei der Geldanlage. Sie gibt die Schwankungsintensität von Rohstoff- und Wertpapierpreisen, Devisenkursen oder Zinssätzen um den eigenen Mittelwert an. Je höher die Volatilität, desto stärker schlägt der Kurs eines Wertpapiers oder eines Basiswertes (zum Beispiel Aktien­index) nach oben und unten aus.

Unterschieden werden grundsätzlich zwei Formen der Volatilität: Die historische Volatilität bildet die Vergangenheit ab. Sie wird aus den gegebenen Daten errechnet. Die implizite Volatilität dagegen gibt die Schwankungsintensität an, die von den Marktteilnehmern für die Zukunft erwartet wird. Für Anleger ist sie die wichtigere Größe. Sie zeigt, wie riskant, aber auch chancenreich ein Wertpapier eingeschätzt wird. Damit ist die implizite Volatilität eine wichtige Komponente bei der Bewertung von Optionen und somit auch bei der Preisstellung vieler Zertifikatetypen durch die Emittenten. Dabei gilt die Regel: je höher die implizite Volatilität, desto mehr werden die Optionen bei ansonsten gleichen Bedingungen auch kosten. Fallende Aktienkurse sorgen dabei regelmäßig für einen Anstieg der Volatilität, steigende Märkte führen meist zu einer Reduzierung der Schwankungsintensität.

Als wichtigster Maßstab für die implizite Volatilität gilt hierzulande der von der Deutschen Börse berechnete und veröffentlichte Volatilitätsindex VDAX-New. Er misst wie eine Art Fieberkurve die in den kommenden 30 Tagen erwartete Schwankungsbreite des Deutschen Aktienindex.

Basis für diese Berechnung sind die an der Terminbörse Eurex gehandelten DAX-Optionen. Ein Beispiel: Bei einem DAX-Stand von 10.000 Zählern bedeutet ein VDAX-New von 20, dass die Marktteilnehmer für die kommenden 30 Tage mit Schwankungen von maximal 573 Indexpunkten rechnen. Das heißt: Der DAX dürfte zwischen 9.427 und 10.573 Punkten pendeln. Eine Garantie für relativ stabile Kurse ist das aber nicht.