Sparer-Pauschbetrag

Seit der Einführung der Abgeltungsteuer zur Jahreswende 2008/2009 ist für alle Kapitaleinkünfte eindeutig und einheitlich geregelt, wie viel Anleger an den Fiskus abgeben müssen – 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Die Abgeltungsteuer behält die Bank direkt ein und führt sie an das Finanzamt ab. Das gilt allerdings nicht für Erträge unterhalb des sogenannten Sparer-Pauschbetrags, wenn dafür ein Freistellungsauftrag eingereicht wurde.

Der Sparer-Pauschbetrag stellt als Freibetrag Kapitaleinkünfte wie Zinsen und Dividenden bis 801 Euro (Singles) bzw. 1602 Euro (gemeinsame Veranlagung) pro Jahr steuerfrei. In diesem Sparer-Pauschbetrag sind 2009 der bis dahin geltende Sparerfreibetrag von 750 Euro und der Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 Euro aufgegangen. Darüber hinausgehende Werbungskosten, etwa für Fahrten zu Hauptversammlungen, Vermögensverwaltung oder auch Depotgebühren, können seit 2009 nicht mehr gesondert angerechnet werden.

Steueridentifikationsnummer angeben

Anleger können den Sparer-Pauschbetrag bei der Einkommensteuer geltend machen und gezahlte Kapitalerstragsteuern zurückholen. Einfacher und komfortabler ist es jedoch, die Steuer gar nicht erst zu zahlen. Dafür stellen Anleger bei ihrer depotführenden Bank einen Freistellungsauftrag. Dann führt die Bank so lange keine Abgeltungsteuer ans Finanzamt ab, wie die Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden sowie Gewinnen aus Aktien- und Fondsverkäufen unterhalb des freigestellten Betrags liegen.

Für die Erstellung des Freistellungsauftrags wird die Steueridentifikationsnummer benötigt. Eine Übergangsregelung ist zum Jahresende 2015 ausgelaufen. Spätestens jetzt sollten Anleger ihrer Bank die Steueridentifikationsnummer übermitteln. Ansonsten muss diese ab 2016 bei Zinszahlungen oder Aktienerträgen Abgeltungsteuer einbehalten. Nicht unter die Abgeltungsteuerregelungen und den Sparer-Pauschbetrag fallen Veräußerungsgewinne aus Aktien und Fonds, die vor der Einführung der Abgeltungsteuer zum Jahreswechsel 2008/2009 gekauft wurden. Diese Gewinne sind weiterhin komplett steuerfrei.