Shiller-KGV

Eine umfangreiche Aktienanalyse ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Anlagestrategie. Experten vertrauen dabei auf verschiedene Verfahren. Eine der wichtigsten ist die fundamentale Analyse. Ihre wichtigste Kennzahl ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Das KGV wird errechnet, indem der Kurs einer Aktie durch den Unternehmensgewinn je Aktie geteilt wird. Das kann entweder der festgestellte Gewinn des vergangenen Jahres oder der erwartete Gewinn des laufenden Jahres sein. Bei einem Aktienkurs von 100 Euro und einem Gewinn je Aktie von 12,50 Euro liegt das KGV demnach bei acht. Kurs-Gewinn-Verhältnisse von unter zehn gelten als günstig. Allerdings ist insbesondere das erwartete KGV mit vielen Fragezeichen belastet. Es kann durch Sonderanschreibungen oder außerordentliche Gewinne, aber auch durch eine besonders gute oder besonders schlechte Konjunktur massiv beeinflusst sein. Deshalb wird das KGV einzelner Aktien auch mit dem KGV in den vergangenen Jahren oder mit dem durchschnittlichen KGV der Branche verglichen.

Lange Zeitreihe für deutliche Aussagen

Deutlich aussagekräftiger als das gängige KGV auf der Basis des Gewinnes eines Jahres ist das sogenannte Shiller-KGV. Diese Kennzahl wurde nach dem amerikanischen Ökonomen und Nobelpreisträger Robert J. Shiller benannt, der unter anderem auch die Dotcom-Krise und die Finanzkrise vorausgesagt hat. Das Shiller-KGV wird auch Zehn-Jahres-KGV oder Cape (Cyclical adjusted price Earnings) genannt. Der Grund: Robert Shiller nutzt als Berechnungsbasis nicht den für das laufende Jahr erwarteten oder im vergangenen Jahr erreichten Gewinn, sondern den inflationsbereinigten mittleren Gewinn der vergangenen zehn Jahre. Kurzfristige Gewinnausreißer oder konjunkturelle Schwankungen werden durch diese langfristige Betrachtung ausgeschaltet. Mithilfe des Shiller-KGV können deshalb Überbewertungen einzelner Aktien oder gesamter Märkte besonders gut erkannt werden.