Mischfonds

Investmentfonds spielen für viele Anleger eine wichtige Rolle beim langfristigen Vermögensaufbau. Doch nicht alle trauen sich zu, selbst die für sie richtigen Aktienfonds, Rentenfonds und andere Fonds auszuwählen. Deshalb vertrauen sie auf Lösungen, bei denen ihnen erfahrene Fondsmanager oder Vermögensverwalter die Auswahl der einzelnen Anlageklassen und das Timing komplett abnehmen. Diese Kombination verschiedener Fonds wird unter dem Sammelbegriff Mischfonds zusammengefasst. Mischfonds sind seit Jahren die Fondsklasse mit dem höchsten Nettoabsatz in Deutschland.

Was Mischfonds enthalten

Mischfonds gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Die ersten Vertreter konzentrierten sich auf die drei klassischen Anlageklassen – Aktien, Anleihen und Cash. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Anlagestrategie deutlich verbreitert. Zunehmend werden Immobilien, Edelmetalle und Rohstoffe beigemischt. Auch neue Kategorien und Namen für Mischfonds sind seitdem aufgetaucht. So zeichnen sich Vermögensverwaltende Fonds vor allem dadurch aus, dass sie in zahlreiche Anlageklassen investieren können und den Fondsmanagern große Freiheiten bieten, zu investieren. Eine besondere Form der Mischfonds sind die sogenannten Lebenszyklusfonds (Targetfonds). Anders als klassische Mischfonds haben Lebenszyklusfonds eine feste Laufzeit und richten ihre Strategie auf ein möglichst gutes Ergebnis zum Laufzeitende aus. Anfangs investieren sie das Kapital weitgehend in Aktien, zum Ende der Laufzeit schichten sie in risikoärmere Anleihen oder Geldmarktpapiere um. Sie sind daher besonders gut geeignet für Anleger, die zu einem bestimmten Zeitpunkt – etwa zum Rentenbeginn – über ihr Kapital verfügen wollen.

Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds

Mit Mischfonds wollen Anleger grundsätzlich in boomenden Zeiten am Aktienmarkt möglichst stark teilnehmen, bei fallenden Kursen sollen die Verluste begrenzt werden. Das ist jedoch nur in den Grenzen möglich, die der Fondsprospekt setzt. Denn Mischfonds unterscheiden sich nicht nur in der Managementqualität, sondern auch in ihren Freiheitsgraden und dem daraus resultierenden Chance/Risiko-Profil. Grundsätzlich werden vier Fondskategorien unterschieden, entscheidend für die Einordnung ist der maximal mögliche Aktienanteil am Gesamtportfolio.

  • Defensive Mischfonds dürfen maximal 30 bis 40 % ihres Anlagevermögens an den Aktienmärkten anlegen. Ihr Anlageschwerpunkt liegt deshalb meist bei Rentenpapieren.
  • Bei den ausgewogenen Mischfonds-Varianten liegt die Aktienquote durchschnittlich bei rund 50 %. Bei einigen ist er auch auf 50 % begrenzt.
  • Dynamische Mischfonds sind tendenziell noch stärker in Aktien investiert. Mitunter setzen die Fondsmanager zeitweise sogar komplett auf den Aktienmarkt und können so Wertsteigerungen wie reine Aktienfonds erreichen, allerdings mit entsprechendem Rückschlagrisiko.
  • Bei flexiblen Mischfonds haben die Manager die größten Freiheiten und können mitunter den Aktienanteil zwischen null und 100 % variieren. In dieser „Königsklasse“ der Mischfonds kommt es besonders stark auf die Qualität des Fondsmanagements an. Diese Qualität können Anleger anhand der Langzeitperformance und vor allem anhand der Bewertungen von Fondsratingagenturen wie Morningstar oder FERI erkennen.

Welche Kosten fallen bei Mischfonds an?

Wie bei anderen Fonds ist bei Mischfonds der erste Kostenblock der einmalige Ausgabeaufschlag beim Kauf. Die Vertriebsgebühr liegt oft bei 4 bis 5 %. comdirect bietet allerdings für alle Fonds mindestens 50 % Discount auf den regulären Ausgabeaufschlag.

Neben dem einmaligen Ausgabeaufschlag fallen jährlich zusätzliche Kosten an. Die Managementgebühren enthalten die Kosten der Fondsgesellschaft für Research und Personal und eine Bestandsprovision für die verwaltenden Banken. Für Mischfonds fallen meist zwischen 1 und 2 % pro Jahr an. Dazu kommt bei einigen Produkten auch noch eine „Performance Fee“, wenn die Manager eine im Fondsprospekt definierte Benchmark übertroffen haben.

Um die jährlichen Gesamtkosten von Mischfonds (allerdings ohne den Ausgabeaufschlag) vergleichen zu können, wird die TER (Total Expense Ratio) ausgewiesen. Die TER schließt neben der jährlichen Managementgebühr auch kleinere Kostenblöcke für die Depotbank, Druckkosten, Steuerprüfung etc. ein.