Cost-Average-Effekt

Für langfristig orientierte Anleger bietet eine vorübergehende Börsenflaute durchaus auch Chancen. Das gilt beispielsweise für diejenigen, die ihr Vermögen über einen Wertpapiersparplan aufbauen. Der Grund heißt im Fachjargon „Cost-Average-Effekt“, auch Durchschnittskosteneffekt genannt. Wer regelmäßig die gleiche Summe in Aktien oder Fonds anlegt, kauft im Durchschnitt zu einem günstigen Kurs. Das funktioniert so: Bei hohen Fonds- und ETF-Kursen erhält der Anleger für seinen Einsatz relativ wenige Anteile. In schwachen Börsenzeiten dagegen bekommt er für dieselbe Sparrate mehr Wertpapiere. Wenn die Kurse dann später wieder anziehen, sorgen die niedrigeren Durchschnittskosten beim Kauf für eine überdurchschnittliche Vermögenssteigerung.

Diese Strategie ist langfristig und vor allem in volatilen, also schwankenden Märkten den zwei Alternativen – regelmäßiger Kauf einer festen Anzahl von Wertpapieren und Einmalanlage – überlegen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Sparplaninhaber warten können, bis sie ihre angesammelten Anteile in einem positiven Börsenumfeld verkaufen. Ein Beispiel:

MonatKurs in EuroRegelmäßige Anlage eines Betrags in EuroAnteileRegelmäßiger Kauf von zwei Fondsanteilen in EuroAnteileEinmalanlage in EuroAnteile
Januar801001,251602120015
Februar701001,4291402
März651001,5381302
April601001,6671202
Mai451002,222902
Juni351002,857702
Juli201005402
August351002,857702
September451002,222902
Oktober401002,5802
November451002,222902
Dezember601001,6671202
Investierte Summe120012001200
Anteile27,432415
x 60 Euro = Gesamtwert1645,81440900

Gleicher Einsatz – höchst unterschiedliches Ergebnis. Trotz zwischenzeitlich fallender Kurse hat der Anleger mit regelmäßigen Sparraten bei 1.200 Euro Einsatz am Ende des Jahres ein Vermögen von 1.645 Euro. Die Wertsteigerung liegt bei rund 37 %. Der regelmäßige Käufer von zwei Fondsanteilen hat eine Summe von 1.440 Euro angespart und ein Plus von 20 % erzielt. Der Einmalanleger, der im Januar zum Höchstkurs von 80 Euro eingestiegen ist, muss sich bei 1.200 Euro Einsatz am Jahresende mit 900 Euro begnügen.