CFD

Turbulente Zeiten an den Börsen sind Zeiten für Trader und Privatanleger, die mit Derivaten kurzfristige Trends ausnutzen wollen. Optionsscheine und Hebelzertifikate sind die bekanntesten und meistgenutzten Produkte für kurzfristige Trading-Strategien. Seit einigen Jahren aber gibt es für Anleger, die schnell, kostengünstig und mit Hebel agieren wollen, eine attraktive Alternative: „Contracts for Difference“, kurz CFD.

CFD sind Derivate

CFD gehören zur Gattung der Derivate. Das heißt: Der Kurs eines CFD leitet sich von einem Basiswert ab, der auch „Underlying“ genannt wird. Basiswerte für CFD sind sehr häufig Aktien oder Aktienindizes, es können aber auch Währungen, Rohstoffe oder Futures sein. CFD haben einige typische Besonderheiten: Anleger können mit ihnen bei gleichem Kapitaleinsatz deutlich mehr Kapital bewegen als beim Direktkauf des Basiswertes. Zudem können sie mit CFDs an steigenden oder fallenden Kurse partizipieren. Spekulationen auf steigende Kurse werden als Long-Handelspositionen, Spekulationen auf fallende Kurse als Short-Handelspositionen bezeichnet.

Wie der Hebel funktioniert

Beim Kauf eines CFD müssen Anleger nicht den vollen Preis des Basiswertes zahlen. Sie hinterlegen lediglich eine Sicherheitsleistung, die sogenannte „Margin“. Diese Margin beträgt in der Regel pro Position mindestens 1 % bei Indizes, 3 % bei Rohstoffen bzw. 5 % bei Aktien. So kann man bereits bei kleinem Kapitaleinsatz ein großes Volumen handeln. Für die Long-Spekulation auf den DAX bei einem DAX-Stand von 10.000 Punkten wird lediglich eine Margin von 100 Euro benötigt. Im Gegensatz zur Investition in einen Indexfonds fallen die CFD-Gewinne oder CFD-Verluste bereits bei minimalen Kursänderungen sehr groß aus: Steigt der DAX um 1 % auf 10.100 Punkte, hat sich der Einsatz verdoppelt. Das gilt jedoch auch umgekehrt: Sinkt der DAX auf 9.900 Punkte, ist die gesamte Margin verloren.

Risikobegrenzung gegen unkalkulierbare Verluste

Die Verluste im CFD-Handel können jedoch noch höher ausfallen, sie sind theoretisch unkalkulierbar. Denn durch die Hebelwirkung werden normale Risiken des Wertpapiergeschäfts wie das Marktpreisrisiko, das Liquiditätsrisiko und das Währungsrisiko verstärkt. Liegt der Anleger mit seiner Markterwartung falsch, so steht nicht nur die Margin, sondern das gesamte Kapital auf dem CFD-Konto und bei Konten ohne Risikobegrenzung sogar das gesamte Vermögen im Feuer. Deshalb ist die Befolgung der Regeln zur Risikominderung bei CFD-Anlagen besonders wichtig. Dazu gehören die Beachtung angemessener Ordergrößen, die konsequente Nutzung von Limits und die Glattstellung aller Positionen zum Schluss eines Börsentages.

CFD sind Hebelprodukte, die mit einem hohen Risiko für das Anlegerkapital behaftet sind. Anleger können mehr verlieren als nur ihre Einlage. CFD eignen sich nur für spekulative, erfahrene Anleger. Anleger sollten die Basis- und Risikoinformationen für den CFD-Handel lesen, die damit verbundenen Risiken verstehen und sich gegebenenfalls unabhängig beraten lassen. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Diese allgemeinen Informationen stellen keine Handlungs- bzw. Anlageempfehlung dar.