Fehler 2: Fremdwort Risiko Fehlende Risikokompetenz hat schwerwiegende Folgen für die Geldanlage

Fehler 2
Fremdwort Risiko

Risikokompetenz? Ist bei den meisten Menschen unterentwickelt – mit schwerwiegenden Folgen für die Geldanlage

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„Unser Eindruck: Geldentwertung durch Inflation ist abstrakt, das Risiko wird nicht realisiert.“
- Benjamin Schmidt, Gruppenleiter Service bei ­comdirect

„Die Einschätzung von Risiken fällt vielen Privatanlegern offensichtlich schwer. Fehleinschätzungen sehen wir bei Tradern und Sparern gleichermaßen. Viele Sparer haben Angst vor Verlusten und packen keine Aktien an. Trotz Zinstief liegen in Deutschland mehr als 2 ­Billionen Euro auf Giro-, Tagesgeld- oder Festgeld­konten, obwohl es dort auf ­Dauer wahrscheinlich Verluste bringt.

Unser Eindruck: Geldentwertung durch Inflation ist abstrakt, das Risiko wird nicht realisiert. Dagegen wirken Korrekturen am Aktienmarkt sehr lange nach. Manch einer packt seit dem Platzen der Internetblase lieber gar keine Aktien mehr an.

Es gibt aber auch einige Anleger, die ihre Risikotoleranz überschätzen und die tatsächlichen Risiken unterschätzen. In unruhigen Börsenzeiten macht das Stress. Viele Anleger halten das dann nicht aus und steigen zum ungünstigsten Zeitpunkt aus – mit hohen Verlusten.

Fehlendes Money-­Management verhagelt manch einem Trader die Rendite. Hebelprodukte etwa ­versprechen hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste, wenn es gegen einen läuft. Nicht jedem Trader ist bewusst, wie viel Geld er eigentlich bewegt. Auch im CFD-Handel erleben wir oft, dass Risiken einfach ausgeblendet werden.“

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„Ein neuer Rahmen könnte auch eine Projektion in die Zukunft sein.“
- Bernd Ankenbrand, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

„Ausgangspunkt ist die ehrliche Selbsteinschätzung. Bin ich risiko­freudig oder risikoavers? Und welche Risiken sind es, die auf mich warten? Antworten gibt zum Beispiel ein wissenschaftlich fundierter Selbsttest (www.riskperceptionradar.de). Wer sich selbst kennt, kann bessere Entscheidungen treffen.

Intuitiv wirken einmalige Massenereignisse (Börsencrash) stärker als eine Reihe sich wiederholender Kleinschäden (Inflation). Visualisierung kann gegen die intuitive Risiko­wahrnehmung helfen. Malen Sie sich einen Kuchen auf und schneiden Sie den Kaufkraftverlust über einen geplanten Zeitraum heraus. Im Bild sehen Sie, wie der Kuchen kleiner wird, das abstrakte Risiko wird konkret. Auch hilft es, den Blickwinkel zu verändern und einen passenden Rahmen zu wählen. Die Kurse schwanken täglich? Na und? Als langfristiger Investor gucken Sie besser auf den Langzeitchart. Ein neuer Rahmen könnte auch eine Projektion in die Zukunft sein. Was will ich etwa bis 2035 erreichen? Definieren Sie Ziele. So manches Produkt, das heute vielleicht dem Risikoempfinden entspricht, scheidet dann automatisch aus. Risikofreudige Anleger sollten nicht nur auf die mögliche Rendite gucken, sondern sich den Worst Case klarmachen – vor jedem Trade.“