Mythen & Wahrheiten - Führt Wissen zum Erfolg?

Mythen & Wahrheiten
Führt Wissen zum Erfolg?

Irrtum 1: Aktien mit Kaufempfehlungen laufen stets ­besser als Aktien mit Verkaufsempfehlungen

Mythen und Wahrheiten zur Börse: Führt Wissen zum Erfolg?

Das Unternehmen hat gute Zahlen vorgelegt, die Aussichten sind positiv – und für die Mehrzahl der Analysten ist die Aktie ein Kauf. Manch ein Anleger folgt der Empfehlung in dem Glauben, dass dann ja wohl nichts mehr schiefgehen könne. Die wenigen Verkaufsempfehlungen ignoriert er – schließlich könne sich die Mehrheit der Profis nicht irren.

Fakt ist: Die Empfehlung der Mehrheit der Analysten sagt nur begrenzt etwas über den künftigen Kursverlauf aus. Kaufempfehlungen können zu guten Ergebnissen führen – sie müssen es nicht. Umgekehrt ist mit den Werten, die mehrheitlich zum Verkauf empfohlen werden, mitunter eine stattliche Rendite drin. Der Grund liegt auf der Hand. Sind alle von einem Unternehmen überzeugt, sind sie bereits investiert – das Kurspotenzial ist begrenzt. „Aufstehen kann nur, wer am Boden liegt“ lautet eine Weisheit, die oft auch an der Börse gilt. In Aktien, die Anleger und Analysten verteufeln, sind dagegen meist nur noch wenige investiert. Schlechte Nachrichten können dem Kurs kaum noch etwas anhaben. Dagegen reichen wenige positive Nachrichten aus, um den Kurs nach oben zu treiben. Je schlechter die Stimmung, desto größer also die Kurschancen. Allerdings sollten Anleger nie blind in „gefallene Werte“ investieren, sondern immer die Risiken im Auge behalten.

Irrtum 2: Geringes Handelsvolumen ist ein schlechtes Signal

Mythen und Wahrheiten zur Börse: Führt Wissen zum Erfolg?

„The trend is your friend“ lautet eine der wichtigsten Börsenweisheiten – gehe mit dem Trend, bis er bricht. Wie aber kündigt sich eine Trendumkehr an? Als einen Indikator nutzen Anleger die Börsenumsätze. Für manch einen gilt: Sind die Umsätze hoch, ist der Trend intakt. Sind sie dagegen gering, steht der Aufschwung auf wackligem Fundament.

Fakt ist: Die Entwicklung der Börsenumsätze ist ein wichtiger Indikator im Rahmen der technischen Analyse. Allerdings drohen bei niedrigen Umsätzen nicht zwingend fallende Kurse. Zwar kaufen nur wenige Anleger, aber auch der Verkaufsdruck ist bei niedrigem Umsatzvolumen gering. Auf der anderen Seite können rasant steigende Umsätze darauf hindeuten, dass Aktien von festen in zittrige Hände wechseln. Das heißt: Im reifen Stadium einer Hausse verkaufen erfahrene Anleger ihre Aktien, die unerfahrenen greifen zu. Die Umsätze steigen, der Kurs bewegt sich ruckartig nach oben und unten – und ein Absturz ist oft nicht mehr fern.

Umsätze sollten Anleger deshalb immer im Kontext interpretieren. Bei klassischen Trendbestätigungsformationen wie etwa der Keilformation flachen die Umsätze zunächst ab, bevor sie bei dem folgenden Ausbruch steigen. Auch nach einer Korrektur können die Kurse bei schwachen Umsätzen steigen. 2003 etwa zogen die Börsen an, weil sich die ersten Anleger nach dem Salami-Crash wieder an den Markt trauten. Die Umsätze waren zwar nicht hoch, aber es wurde mehr gekauft als verkauft.

Irrtum 3: Erfolgreich ist, wer sich täglich und umfassend informiert

Mythen und Wahrheiten zur Börse: Führt Wissen zum Erfolg?

Wissen ist Macht – auch an der Börse. Deshalb hält es manch ein Anleger für unerlässlich, sich täglich und umfassend über Konjunktur, Märkte und Unternehmenskennzahlen zu informieren und sich entsprechend neu zu positionieren. Wer alles im Blick hat, so die Überzeugung, kann die Renditechancen erhöhen und die Risiken reduzieren.

Fakt ist: Mehr als 100.000 Nachrichten flimmern täglich über den Börsenticker, jedoch nur ein Bruchteil davon schafft es, die Kurse nachhaltig zu bewegen. Die Verlockung für Anleger ist groß, schnell auf jede Information zu reagieren. Die Folgen aber sind fatal, denn einem Tag mit guten Nachrichten folgt oft ein Tag mit schlechten Nachrichten. Schlimmer noch: Je nach allgemeiner Börsenstimmung kann ein und dieselbe Nachricht mal für steigende, mal für fallende Kurse sorgen.

Hin und her macht Taschen leer – wer auf jede gute oder schlechte Meldung mit Kauf oder Verkauf reagiert, verschlechtert seine Renditechancen. Besser ist es, sich je nach Risikoneigung und Anlagezielen für eine Strategie zu entscheiden und klare Regeln zu definieren. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Nerven. Wer es trotz eines Regelwerkes nicht schafft, die Emotionen im Griff zu halten, sollte darüber nachdenken, den Job einem Profi zu überlassen. Alternativ bietet comdirect mit Anlageberatung Plus und Bessere Geldanlage gleich zwei Möglichkeiten, mit ruhiger Hand Vermögen aufzubauen – mit einer Strategie, die zur individuellen Risikoneigung passt.